Sommergefühle beim Herbsttreiben

Karlo Dorenkamp entspringt einer Schaustellerfamilie. Seit gut 50 Jahren ist das Unternehmen beim Herbsttreiben zugegen. Auch an diesem Kartoffel-Sonntag steht der Oestinghausener in seinem Mandelwagen. Es ist noch keine 11 Uhr, auf dem Kirchplatz ist es noch ruhig. Karlo Dorenkamp tunkt einen Apfel am Stil in knallroten Zuckersirup. Er sei gern in Wadersloh, erzählt er dabei, auch wenn die Geschäfte immer schwieriger würden.

Wie wichtig solche traditionellen Schaustellerfamilien für die Wadersloher Kirmes sind, verdeutlicht Sylvia Voß, die bei der Gemeinde fürs Marketing zuständig ist: „Wenn diese Familien uns abspringen würden, wäre das ganz bitter. Sie sind ein Kern des Herbstreibens.“ Sylvia Voss fährt mit dem Fahrrad die 31 Stände und Buden ab, um zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist, die Fluchtwege eingehalten werden, Strom vorhanden ist. Akribisch fotografiert sie alles. „Dann wissen die Aussteller, wie es im nächsten Jahr wieder funktioniert“, erläutert Voß.

Zwei Stunden später sind die Straßen in Wadersloh zwar nicht „schwarz vor Menschen“, aber gut besucht. An den vielen Ständen, an denen Kartoffelgerichte angeboten werden, haben sich Schlangen gebildet. Es ist Mittagszeit, der Duft nach Frittiertem lockt in den Ortskern. Der Bürgerbusverein Wadersloh hat gerade sein neues Fahrzeug eingeweiht. Für die 41 ehrenamtlichen Fahrer, die seit der Gründung rund 50 000 Gäste mehr als eine halbe Millionen Kilometer durch die Gemeinde kutschiert haben, gibt es viel Lob und für den Verein das feste Versprechen, sowohl von Bürgermeister Chrsitain Thegelkamp als auch von Landrat Dr. Olaf Gericke, dieses bürgerschaftliche Engagement weiter finanziell zu unterstützen. „Das ist ein Vorzeigeprojekt im Kreis. In Wadersloh packt man in Zeiten, in denen viel gemeckert wird, an. Das zeugt von Gemeinsinn. Heute ist ein guter Tag für die Großgemeinde“, sagt der Landrat.

(Lesen Sie mehr in der Montags-Ausgabe der „Glocke“.)

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