Sozialraumanalyse soll Weichen stellen
Bild: Husmann
Rund 11 000 Quadratmeter in bester Wadersloher Lage gilt es zu überplanen, wenn die Realschule im Verlauf des nächsten Jahres schließt.
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Bislang haben sie sich vornehmlich hinter verschlossenen Türen mit dem Thema befasst, etwa bei einem sogenannten Projekttag Anfang Februar. Jetzt wird das Thema erstmals in aller Öffentlichkeit verhandelt. Es steht auf der Tagesordnung des Familien- und Sozialausschusses, der am Donnerstag, 2. März,  ab 18.30 Uhr im Rathaus berät.

Der Vorlage ist zu entnehmen, dass Bürgermeister Christian Thegelkamp die Planungen für das Realschulareal zum Anlass nehmen möchte, um für ganz Wadersloh mit sämtlichen Ortsteilen eine Sozialraumanalyse erheben zu lassen. Das Schulgrundstück (rund 11 000 Quadratmeter) liegt nur wenige Steinwürfe östlich des Ortskerns zwischen der Langenberger Straße und dem Schulkamp. Mit Blick auf die Folgenutzung haben die Ratsfraktionen beim Projekttag bereits zahlreiche Punkte festgehalten, die ihnen wichtig sind.

So soll sowohl ein Teil- als auch ein Komplettabriss erwogen werden. Es sollen Mehrfamilienhäuser entstehen, es soll aber auch über eine Einzelhausbebauung nachgedacht werden. Sozial geförderter, günstiger Wohnraum gilt genauso als wünschenswert wie Wohnraum für behinderte Menschen. Ausgeschlossen werden soll der Bau eines weiteren Altenheims.

Die bürgerliche Mehrheit im Gemeinderat klingt deutlich an, wenn das Ergebnisprotokoll festhält: „Die Wirtschaftlichkeit soll in besonderer Weise berücksichtigt werden.“ Außerdem wird ein „möglichst großräumiger Betrachtungsradius“ gefordert, der „über den eigentlichen Realschulcampus“ hinausreicht.

Die vorgeschaltete Sozialraumanalyse soll – bevor konkrete Schritte eingeleitet werden – einen Überblick über den Ist-Zustand liefern. Dabei geht es um Bevölkerungsstruktur und Wohnungsangebot, um Eigentumsquote und Barrierefreiheit, um Vereine, Netzwerke, Dienstleister sowie Einkaufs- und Begegnungsmöglichkeiten.

Die Analyse soll Entwicklungsbedarfe und Ressourcen aufzeigen und ein wohnungswirtschaftliches Gesamtkonzept formulieren. Und dies alles nicht nur mit Blick auf den aufgelassenen Schulstandort in Wadersloh, sondern für sämtliche Areale und Ortsteile der Großgemeinde, um überall für weitere Planungen eine zahlen- und faktenbasierte Grundlage in der Hand zu haben.

Die Sozialraumanalyse kostet 17 000 Euro. Da das Land 75 Prozent davon übernimmt, muss die Gemeinde selbst nur für 4250 Euro aufkommen. Wie ein solches Papier erarbeitet wird, auch darum wird es in der heutigen Ausschusssitzung gehen. Der Zeitplan von Bürgermeister Thegelkamp sieht vor, die Ergebnisse der Sozialraumanalyse dem Familien- und Sozialausschuss Ende August zu präsentieren.

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