Storchenroute verbindet Natur und Kultur
Bild: Eugen Teigeler
Majestätisch thront der Storch auf seinem an der Kirche in Hellinghausen aufgestellten Horst. Ob er wohl ahnt, dass in der Gemeinde Wadersloh eine Fahrradroute nach ihm benannt wurde? Eugen Teigeler aus Liesborn hat das Bild im März dieses Jahres aufgenommen. Im Hintergrund ist das Stift Cappel zu sehen
Bild: Eugen Teigeler

Die ist 31,7 Kilometer lang und führt auf verkehrsarmen und befestigten Nebenstraßen zur Lippe, der Südgrenze der Gemeinde Wadersloh. Die „Storchenroute“ ist auch für Familien gut geeignet. Über Wadersloh führt die Strecke nach Lippstadt-Cappel und über Liesborn-Göttingen und Liesborn wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die genaue Strecke kann auf der Internetseite der Gemeinde (Klick auf „Freizeit, Kultur, Tourismus“, Unterpunkt Radfahren) heruntergeladen werden – auch als GPS-Datei. Für die Radsaison 2015 ist außerdem die Herausgabe einer Broschüre geplant. Für die Ausarbeitung der Routen haben sich Bürger im Rahmen eines Kernbereichsmanagement-Projekts engagiert.

Kultur und Idylle entlang der Lippeauen

Naturidylle und interessante Kirchenkultur gehen auf der „Storchenroute“ Hand in Hand. Besonders reizvoll ist die Fahrt in der Nähe der renaturierten Lippeauen. Hier sind auch die Namensvetter der Route häufig in freier Wildbahn zu beobachten: Neben Störchen sind in den Lippeauen vor allem Wasservögel wie Gänse und Enten anzutreffen. Von der neugotischen Pfarrkirche St. Margareta in Wadersloh aus geht über Bentelerstraße, Meerweg und Herzebrockweg auf die Glennestraße und auf diesem Weg direkt nach Lippstadt-Cappel. Hier soll im Jahr 784 eine Schlacht zwischen Sachsen und Franken stattgefunden habe. Zum Andenken an die Gefallenen soll eine Kapelle errichtet worden sein, von der das später errichtete Kloster den Namen „Capella – Cappel“ erhalten hat. Seit 1978 befindet sich in der Abtei die „Berufsfachschule Stift Cappel“, in der Schüler im sozialen und hauswirtschaftlichen Bereich ausgebildet werden. Eine botanische Rarität ist der im Innenhof stehende Riesen-Mammutbaum, der 150 Jahre alt sein soll.

Blick durchs Fernglas lohnt sich

Von Cappel aus führt die Strecke über Hellinghausen nach Liesborn Göttingen. Das Naturschutzgebiet Hellinghauser Mersch ist eines von sechs Kerngebieten, die zusammen mit den angrenzenden Auenbereichen zum Naturschutzgebiet „Lippeaue westlich Lippstadt im Kreis Soest“ zusammengefasst wurden. Hecken, kleine Wäldchen und Gewässer prägen das Gebiet. Wasservögel, Amphibien, Libellen und Fische finden eine unberührte Natur vor, in einem Bereich weiden das ganze Jahr über Heckrindern und Konikpferde. An der Lippebrücke an der alten Schleuse gibt es eine Aussichtsplattform, an der Halt gemacht und ein Blick durch ein Fernglas geworfen werden sollte. In Liesborn-Göttingen lohnt ein Blick in die St.-Georg-Kapelle, die seit dem 14. Jahrhundert in der Bauerschaft existiert. Über die Göttinger Breede geht es wieder Richtung Liesborn durch die Bauerschaft Hentrup und am Gut Hollenhorst vorbei. In Liesborn kommen mit Abteikirche und Kreismuseum Geschichtsinteressierte auf ihre Kosten. Mit der Fahrt Richtung Wadersloh, den Kirchturm von St.-Margareta immer im Blicke, endet die Tour.

SOCIAL BOOKMARKS