Tierheim durch die Krise stark gebeutelt
Wie verrammelt: Seine Kontakte beschränkt hat das Tierheim am Margaretenweg in Lippstadt. Nicht nur Besucher bleiben derzeit außen vor, sondern „schweren Herzens“ sogar ehrenamtliche Helfer.

Gleichzeitig gehen die Vermittlungen zurück, auch weil das Tierheim zur Sicherheit der Mitarbeiter seine Pforten für Besucher und „leider auch“ für die ehrenamtlichen Helfer schließen musste, um die Versorgung der Tiere zu sichern. Da die Verantwortlichen zudem davon ausgehen, dass angesichts der Krise die Spenden einbrechen werden, steht das Tierheim nach eigenen Angaben „vor großen Herausforderungen“.

„Wer unter Quarantäne steht, darf auch mit seinem Hund nicht mehr nach draußen zum Gassigehen. Daher sollten Tierhalter möglichst jetzt schon vorsorgen und Nachbarn oder Freunde für den Fall der Fälle um Hilfe bitten“, rät Sabine Mann, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Lippstadt und Umgebung. Dabei handelt es sich um den Träger der Einrichtung. Weiter betont Sabine Mann: „Da die Gefahr besteht, dass viele Menschen noch erkranken oder sich in Quarantäne begeben müssen, bereiten wir uns aber so gut es geht auch auf die Aufnahme neuer Tiere vor.“

Problematisch wird neben den möglichen Neuaufnahmen von Tieren vor allem die erschwerte Vermittlung. Auch auf Anraten des Deutschen Tierschutzbunds hin hat das Tierheim Lippstadt derzeit für Besucher geschlossen. Diese können höchstens zu fest ausgemachten Einzelterminen ins Haus kommen, wenn sie die feste Absicht haben, ein Tier aufzunehmen.

Schweren Herzens wird das Tierheim voraussichtlich auch den für Muttertag am Sonntag, 10. Mai, geplanten Aktionstag mit Cafeteria und Trödelmarkt absagen müssen. Statt mit Veranstaltungen und Aktionen Spenden, auf die das Tierheim angewiesen ist, einsammeln zu können, werden also vermutlich bald mehr Tiere als sonst zu versorgen sein, wie die Einrichtung in ihrer Mitteilung erläutert.

„Wir stehen natürlich trotzdem für alle Tiere in Not und ihre Halter ein und versuchen zu helfen, wo wir können“, sagt Sabine Mann. „Wir wissen, dass auch viele andere Menschen gerade Angst um ihre Gesundheit haben und die Corona-Krise zudem finanzielle Probleme mit sich bringt. Trotz der bedrückenden Lage hoffen wir natürlich weiterhin auf die Unterstützung von Tierfreunden. Wir finanzieren den Betrieb größtenteils aus Geld- und Zeitspenden.“ Und die Vereinsvorsitzende verhehlt nicht: „Die Sorgen sind groß.“

Die Tierschützer weisen ausdrücklich darauf hin, dass es keine konkreten Hinweise dafür gibt, dass Tiere das aktuell kursierende neuartige Coronavirus übertragen oder selbst daran erkranken können. „Leider hält sich dieses Gerücht weiterhin und stellt damit auch eine Belastung für die Tierheime dar, wenn besorgte Menschen in Erwägung ziehen, ihre Tiere vorsorglich abzugeben. Dafür gibt es keinen Grund“, betont Sabine Mann.

Fundtiere aus dem eigenen Gebiet unterzubringen, ist für die Gemeinde Wadersloh eine sogenannte ordnungsrechtliche Aufgabe, um die sie sich kümmern muss. Zur Erfüllung hat die Gemeinde im Jahr 1991 einen Vertrag mit dem Tierschutzverein Lippstadt abgeschlossen. Wadersloh zahlt aus dem Haushalt eine jährliche Pauschale von einem Euro pro Einwohner an die Einrichtung. Laut Auskunft des Tierheimes Lippstadt wurden in den vergangenen Jahren durchschnittlich drei Hunde aus dem Tierheim in die Gemeinde Wadersloh vermittelt.

Zum Einzugsgebiet des Tierheims gehören außer Lippstadt und Wadersloh auch die Kommunen Anröchte, Büren, Erwitte, Geseke, Lippetal, Rüthen und Warstein.

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