Tombola-Auslosung wirft Fragen auf
Bild: Pixelio
Weihnachtszeit ist Tombolazeit: Über die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Stolperfallen, die bei der Organisation und Durchführung einer Tombola auftreten können, ist es nach dem Nikolaussonntag in Diestedde zu Diskussionen gekommen.
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Erstmalig waren beim Nikolaus-Sonntag in Diestedde, durchgeführt von der Wadersloh Marketing GmbH und dem Gewerbeverein, besonders hochwertige Preise (dafür aber insgesamt weniger) verlost worden. Tablet-PC, Wii-Spielekonsole und ipod verlockten zum Loskauf.

Dass der Gewinner des zweiten Preises, der „Wii“, in verwandtschaftlicher Beziehung zu einem Mitglied des Gewerbevereins steht, stört Anja Suermann. Die zweifache Mutter wandte sich mit einem Leserbrief an die Redaktion. Die Kinder seien „besessen“ von dem Gedanken gewesen, die langersehnte „Wii“ zu gewinnen. Das Ergebnis der Auslosung sei an dem Tag vielen Leuten in ihrem Umfeld sauer aufgestoßen.

Reaktionen, die Gewerbevereinsvorsitzender Heiko Marcher zum Teil nachvollziehen kann. Man habe es versäumt, sich im Vorfeld darüber Gedanken zu machen. Gleichwohl gibt er zu bedenken, dass Mitglieder des Gewerbevereins schon immer an der Verlosung hätten teilnehmen dürfen. Das gelte auch für das Weihnachtsgewinnspiel, das alle drei Ortsteile und somit auch die anderen Gewerbevereine betreffe. Bei der Tombola seien die üblichen, fest verschlossenen Losröllchen verwendet worden, eine Manipulation sei ausgeschlossen, stellt Marcher heraus.

Es sei schade, dass nun ausgerechnet zur Premiere des neuen Tombola-Konzeptes Unstimmigkeiten aufgetreten sind.

Das sieht Sylvia Voss, Geschäftsführerin der Wadersloh Marketing GmbH, genauso. Bis zu dieser Verlosung habe sich niemand daran gestört, dass Vereinsmitglieder Lose kauften.

 „Die Glocke“ sprach zu diesem Thema, das viele Vereine angeht, mit Peter Knuff, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Verbände und Vereine (BDVV). Er rät, bei einer Tombola verschlossene Losröllchen zu verwenden. Damit sei man auf der sicheren Seite. „Während bei Firmen Angestellte und Angehörige häufig von einer Verlosung ausgeschlossen sind, machen die Spenden von Vereinsmitgliedern eine Tombola oft erst möglich“, betonte Knuff. Würde man die ausschließen, ginge der Losverkauf sicher stark zurück. Dann sei es fraglich, ob eine Tombola überhaupt ausgeführt werden kann.

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