Vom Nutzen Europas in der Heimat
Über die Vorzüge der Europäischen Union sprachen (v. l.) Boris Joraschky (Firma Hammelmann), Moderator Marco Zaremba, Bernhard Schniederjohann (DRK-Friedlandhilfe), Werner Eckey (Flüchtlingshilfe Wadersloh) und Frank Müller (Vorsitzender des Deutsch-Französischen Freundeskreises).

Mit dieser Einstellung haben Vertreter von Vereinen, Kirche, Wirtschaft und Schulen aus Wadersloh ein starkes Bekenntnis zu Europa und zur Europäischen Union abgegeben. Leise drang die Melodie der Eurovisionshymne aus den Lautsprechern.

Sie war noch auf dem Schulhof des Johanneums zu hören. Es war ein gelungener Einstieg in eine Veranstaltung, mit der die Menschen in Wadersloh zeigen wollten, warum es sich lohnt, sich für Europa einzusetzen und an der Europawahl teilzunehmen. Initiiert wurde das Europafest von den Fraktionen im Gemeinderat. „Wir wollen aber die Leute aus dem Dorf aus ihrem Umfeld erzählen lassen“, erklärte Organisator Rudi Luster-Haggeney.

Acht Persönlichkeiten aus allen Schichten Waderslohs berichteten im Gespräch mit Moderator Marco Zaremba von ihren Erfahrungen mit der Europäischen Union. Welche Bedeutung der europäische Binnenmarkt auch für Unternehmen aus dem Kreis Warendorf hat, verdeutlichte zum Beispiel Boris Joraschky.

Der Vertriebsexperte der Firma Hammelmann aus Oelde kümmert sich um Kunden aus Österreich und der Schweiz. Die Zusammenarbeit mit Österreich sei unkompliziert, berichtete Joraschky. Allerdings gebe es einige Hürden mit dem Nicht-EU-Land Schweiz, da nachts die Grenzen geschlossen seien. „Ich kann dem Kunden nichts schicken, was er am frühen Morgen um 8 Uhr hat.“ Wenn Europa das Schengen-Abkommen nicht hätte, wären viele Geschäfte für die Firma deutlich schwieriger wirtschaftlich abzuwickeln, stellte Joraschky klar.

Die ökonomischen Verflechtungen hat Lea Pösentrup aus Diestedde nicht als erstes im Sinn, wenn sie an die Europäische Gemeinschaft denkt. „Seit mehr als 70 Jahren leben wir in Frieden und haben zudem die schönsten Urlaubsregionen“, sagt die Schülersprecherin der Sekundarschule Wadersloh. „Junge Leute können im Ausland lernen und sich neuen Herausforderungen stellen“, hebt die 16-Jährige zudem hervor und plädiert dafür, das Wahlalter herabzusetzen: „Ich finde, man sollte auch ab 16 wählen dürfen. Das ist unsere Zukunft und wir sollten mitbestimmen dürfen.“

Um den europäischen Gedanken auch buchstäblich auf der Zunge zergehen zu lassen, hatten die Schüler der Spanisch-, Polnisch- und Französischkurse am Johanneum Getränke und kulinarische Genüsse aus den jeweiligen Ländern vorbereitet.

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