Wadersloher zeigen: Wir sind eins
Zwei syrische Familien boten ihre Speisen an. Im Bild: (v. l.) : Ruba Almustafa, Abbas Almustafa, Hussein Alsaadi, Sina Alsaadi und Ruqayah Alsaadi.

Zudem hatten syrische Familien traditionelle Gerichte aus ihrer Heimat zubereitet.

Ursprünglich hatte eine der Organisatorinnen, Sonja Westermann, bei sich zu Hause ein Gartenkonzert ausrichten wollen. „Die Idee entstand während der Schlosstage in Diestedde. Da haben uns einige Flüchtlinge so schnell und spontan geholfen, dass ich gedacht habe: Bei denen müssen wir uns nochmal bedanken,“ erläuterte sie. Daraus sei dann vor zwei Wochen der Plan entstanden, das Ganze doch etwas größer aufzuziehen.

Benedikt Brüggenthies, ein weiterer Hauptverantwortlicher bei der Vorbereitung der Veranstaltung, erklärte: „Angesichts der aktuellen Situation in Deutschland wollen wir Stellung beziehen und für mehr Toleranz und Frieden werben. Deswegen auch unser Motto. Wir sind alle unterschiedlich, aber doch eins. Hass bekämpft man nicht mit Hass, sondern mit Gemeinschaft“.

So stellte das Organisationsteam binnen 14 Tagen eine sehr viel größere Veranstaltung als ursprünglich gedacht auf die Beine. Einige regionale Künstler wie Dennis Schöne, Jonas Künne oder Kid Keno traten auf. Mit dabei auch die Ahlenerin Luisa Laakmann, die in Südamerika lebt, die Gruppe Muzenza Capoeira, die brasilianische Tanzkampfkunst vorführte, sowie Matthews Icho und Band.

Teilweise wurden die Künstler angefragt, andere hatten von der Sache mitbekommen und wollten sie von sich aus unterstützen. Spontaneität und Herzlichkeit zeigte Sonja Westermann bei der Ansprache von Dennis Schöne. Er hatte auf einem Parkplatz in Wadersloh Musik gemacht. Daraufhin war er von ihr angefragt worden, und am Samstag Abend trat er zum ersten Mal vor größerem Publikum auf.

Beide Organisatoren zeigten sich begeistert von der vielfältigen ehrenamtlichen Unterstützung, die sie erhielten. Von etlichen Helfern wurden Getränke ausgeteilt, die Technik in der Aula aufgebaut oder arabische Speisen angeboten. Auch die Zusammenarbeit mit der Verwaltung sei einfach und unkompliziert gewesen. „Besonders schön ist es, dass wir an einem so geschichtsträchtigen Ort unter dem Bild der Geschwister Scholl auftreten können“, erklärte Benedikt Brüggenthies.

Auch Bürgermeister Christian Thegelkamp fand, dass diese Verantstaltung ein schönes Zeichen dafür sei, wie in Wadersloh zusammengelebt gelebt werden solle. „Aber dass die Gemeinde eine leerstehende Aula zur Verfügung stellt, ist mit Sicherheit der geringste Anteil, der hier geleistet wurde,“ sagte er mit Blick auf die vielen freiwilligen Helfer. Höhepunkt der Veranstaltung war der Moment, als kurz vor Schluss alle Künstler auf die Bühne kamen und „Imagine“ von John Lennon anstimmten. „Denn“, so resümierte Brüggenthies, „das Lied zeigt genau, was der Plan für heute und eigentlich für immer sein soll: Die Vorstellung in einer friedvollen Welt zu leben“

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