Walter Jasper lädt zur Ausstellung ein
Bild: Husmann
Drei Stahlhelme mit Symbolik: Der Diestedder Künstler Walter Jasper erinnert mit seinem Wandobjekt „Drei Brüder“ an das Schicksal all derer, die in Kriegen gefallen sind. Zum Volkstrauertag hat er gleichzeitig die eigene Familiengeschichte aufgegriffen. „In heimatlichen Gefilden“ heißt der Titel einer Ausstellung, die am Sonntag, 6. November, im Atelier „Blauer Giebel“ in Diestedde eröffnet wird.
Bild: Husmann

 Das Wandobjekt, das der Diestedder Künstler daraufhin gefertigt hat, erinnert nicht nur an Heini, Josef und Alois (genannt Alvis) Schniederkötter, die Brüder von Jaspers Schwiegermutter Maria Engel, sondern an alle, „die nicht wiedergekommen sind“.

Die drei Helme, Fotos, Feldpostbriefe, die Nachricht über Heinis Tod und andere Erinnerungen hat Jasper in eine Seekiste montiert und dahinter ein altes Laken aus dem Kinderzimmer befestigt– wie Verbände hängen einzelne Streifen über der Installation, die gerade am Volkstrauertag eine besondere Aussage hat.

„Das Wandbild soll als Mahnmal an das Zwangsheldentum der Jungs und aller, die im Krieg geblieben sind, erinnern. Jahr für Jahr, wenn die Heldengedenktage kommen“, erklärt Walter Jasper sein Werk. Der Verlust der drei Söhne im Alter von 19 bis 23 Jahren sei für die Großeltern seiner Frau ein andauernder Schmerz gewesen. Über den Verbleib von Josef und Alvis habe die Familie nie etwas erfahren. Bis zu seinem Tod aber habe Aloys Schniederkötter, der Vater der drei Jungen, immer noch auf eine Information gehofft.

Die Installation „Drei Brüder“ ist am kommenden Sonntag, 6. November, von 14 bis 18 Uhr im Atelier „Blauer Giebel“ an der Steinackerstraße 34 in Diestedde zu sehen. Sie steht im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung unter dem Motto „In heimatlichen Gefilden“, in der Walter Jasper aktuelle Werke zeigt. Miniaturbilder in Aquarell-Tempra zeigen dabei Motive der Heimat: das Schloss Hovestadt bei Mondschein, Fachwerkhäuser, einen Hünenhügel und Porträts der Heimatdichter Augustin Wibbelt und Annette von Droste-Hülshoff.

Walter Jasper greift am liebsten auf Farben und Materialien zurück, die aus dem Erdreich gewonnen werden und arbeitet sie in Bilder, Objekte und Skulpturen ein. Diese Techniken vermittelt er auch in Workshops. Bis zum 11. Dezember ist sein Atelier jeden Sonntag von 14 bis 18 Uhr für Kunstinteressierte geöffnet. Werktags kann das Atelier nach telefonischer Anmeldung auch in Gruppen besucht werden.

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