Wassermassen strömen in Lippeschleife
Bild: Grünebaum
Der entscheidende Moment: Ein Bagger fährt mit der Schaufel durch das Wasser und reißt Erdmassen mit sich. Das Wasser bahnt sich seinen Weg in die Lippeschleife zwischen Liesborn-Göttingen und Lippstadt-Eickelborn.
Bild: Grünebaum

Trotz zwischenzeitlichen Schneeregens lassen sie sich den aufwändigen, spektakulären Einsatz zwischen Göttingen und Lippstadt-Eickelborn nicht entgehen. Bei der letzten Baustellenführung sei von vielen Besuchern der Wunsch geäußert worden, ein solches Ereignis einmal miterleben zu können, erklärt Detering im Gespräch mit der „Glocke“. Jetzt besteht an der Westernmersch die Gelegenheit dazu. Es ist dieser „besondere Moment“, wie es Detering beschreibt, wenn die Baggerschaufeln die Erdmassen herausreißen und das Wasser in Sekundenschnelle in den Ausläufer hindurch schießt.

Vier Bagger und eine Raupe sind im Einsatz. Auf einem Damm, der von beiden Seiten von Wasser umspült wird, fährt ein Koloss langsam rückwärts und nimmt die aufgeschichtete Erde mit. Der starke Regen führe keineswegs dazu, dass sich die Gefahr für die Bauarbeiter drastisch erhöhe, erklärt Detering. „Das Wetter hat keinen Einfluss. Ein starker Schauer ändert nichts an den Verhältnissen.“ Der Einsatz läuft nach Plan. Eine weitere Lippeschleife ist Mitte Oktober angeschlossen worden. Mit der Entfernung der Uferbefestigungen, einer Flussverbreiterung und Flutrinnen in der Aue soll der Lippe wieder eine natürliche Dynamik verschafft werden. Die Lauflänge ist mit den beiden Maßnahmen um einen Kilometer vergrößert worden. „Ziel ist, einen Lebensraum voller Vielfalt entstehen zu lassen“, umreißt Detering das Gesamtkonzept. Außerdem tragen die Arbeiten zum verbesserten Hochwasserschutz in Eickelborn bei. Die Klostermersch bei Lippstadt-Benninghausen war das Pilotprojekt Nordrhein-Westfalens für eine umfassende Auenrenaturierung.

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