Weihbischof zu Gast in der Gemeinde
Bild: Husmann
Einen Eintrag ins goldene Buch der Gemeinde Wadersloh nahm gestern Vormittag Weihbischof Dr. Stefan Zekorn im Beisein von (hinten, v.l.) Pfarrer Ralph Forthaus, Susanne Mittag, Bürgermeisterin der Gemeinde Langenberg, Bürgermeister Christian Thegelkamp und Christoph Sommer, Bürgermeister der Stadt Lippstadt, vor. Vorausgegangen war ein Gedankenaustausch zu unterschiedlichen Themen.
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 Bürgermeister Christian Thegelkamp hieß den Weihbischof und Pfarrer Ralph Forthaus sowie seine Amtskollegen herzlich willkommen. Verschiedene Themen waren bei Kaffee und Brötchen in der Gesprächsrunde von Interesse. Das gegenseitige Kennenlernen stand auf dem Programm. Im neu gestalteten Trauzimmer der Gemeinde erkundigte sich Zekorn zunächst nach den kommunalen Finanzen und ließ sich über die wirtschaftliche Situation in Lippstadt, Langenberg und Wadersloh informieren.

Wichtige Firmen, Branchen und Produktionszweige wurden genannt, mit Interesse nahm der Weihbischof den Hinweis auf, dass die päpstliche Bibliothek im Vatikan von der Wadersloher Firma Paschen stammt. „Damit können wir nicht dienen“, sagte die Langenberger Bürgermeisterin Susanne Mittag mit einem Schmunzeln, weckte dafür aber Neid bei ihren beiden Amtskollegen Thegelkamp und Sommer angesichts der Hohenfelder Brauerei in ihrem Beritt.

„Die heile Welt gibt es nicht mehr“

Ob demographischer Wandel und schrumpfende Bevölkerungszahlen oder die veränderten gesellschaftlichen Verhältnisse – besonders innerhalb der Familien: die Themen entwickelten sich in der Gesprächsrunde wie von selbst. Dass in Lippstadt etwa 75 Kinder im Jahr aus ihre Familien herausgeholt und in Heimen und Pflegefamilien untergebracht werden müssen, erklärte Bürgermeister Sommer. „Die heile Welt gibt es nicht mehr“, stellte er dazu fest.

Selbst in einer kleinen Gemeinde wie Langenberg mit 3800 Einwohner gebe es immer mehr Alleinerziehende, der Druck auf Familien von außen werde immer größer, betonte Bürgermeisterin Susanne Mittag.

Bessere Bedingungen bei der Kinderbetreuung

Über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurde ebenfalls gesprochen. Angesichts der gesellschaftlichen Wirklichkeit werde der U3-Ausbau in kirchlichen Kindergarten fortgesetzt, betonte Weihbischof Zekorn. Er wünsche sich jedoch noch mehr Fantasie bei alternativen Möglichkeiten und bessere Rahmenbedingungen für die Mütter. Es sei nicht nur ein frommer Wunsch, sondern auch entwicklungspsychologisch erwiesen, dass es problematisch sei, die Kinder zu früh in den Kindergarten zu geben. Auch im Generalvikariat in Münster biete man flexible Arbeitszeiten für Mütter. 30 Prozent der Beschäftigten in der Wadersloher Gemeindeverwaltung arbeiteten bereits Teilzeit, ergänzte Bürgermeister Thegelkamp zu diesem Punkt.

Stärken wolle man den Schulbereich, machte der Weihbischof deutlich. Am Mittwoch trifft er sich mit Hans-Jürgen Lang, Schulleiter des Katholischen Gymnasiums Johanneum. Auch Gespräche mit Schülern sind geplant.

 „Die Kirchen sollen in den Dörfern bleiben, so lange es geht“, betonte der Weihbischof beim Thema Gemeindefusion. Die Situation in Städten, wo Kirchen geschlossen werden, sei nicht vergleichbar mit der Situation auf dem Land. Hier sei eine andere Mobilität gegeben, die Dorfkirche von zentraler Bedeutung.

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