Wie steht es um das Klima in der Gemeinde?
Bild: Edelkötter
Karola Beerhues vor ihrer Benjes-Hecke, die durch lockere Ablagerung von dünnem Gehölzschnitt wie Ästen und Zweigen entsteht.
Bild: Edelkötter

Üppiges Grün – soweit das Auge reicht. Und es riecht nach Blättern, Wald und Frische. Klimawandel? Erderwärmung? Hier, auf dem Naturhof Beerhues im Außenbereich Liesborns, ist davon nichts zu spüren – zumindest für einen Laien nicht.

Alarmierende Details zu erkennen

Naturpädagogin Karola Beerhues hingegen erkennt die alarmierenden Details. Sie sieht zum Beispiel die Brombeeren, die in immer größerer Anzahl in ihrem kleinen Waldstück aus dem Boden schießen. Das, berichtet sie, passiert, wenn Luft und Boden viele Schadstoffe enthalten, die neutralisiert werden wollen, und wenn die Baumkronen mehr Licht durchlassen. Apropos Bäume: Sie betrachtet Beerhues mit wachsender Sorge, weil sie im Herbst so wenig Laub abwerfen. „Das mag vielleicht auf den ersten Blick erholsam klingen, weil man dadurch nicht so viel Arbeit hat“, sagt Beerhues. Auf den zweiten Blick jedoch wird klar: Weniger Blätter bedeuten weniger Sauerstoff. „Bei einem Baum macht das wenig aus. In der Summe kann und wird das aber massive Auswirkungen haben“, meint die Expertin und sieht den Grund für das wenige Laub im Herbst nicht in dem trockenen Jahrhundertsommer 2018.

Klimawandel schleichender Prozess

„Mir ist das schon vorher aufgefallen“, betont Beerhues und vermutet, dass die Blätter einfach zu viel Arbeit damit haben, das Kohlendioxid aus der Luft zu filtern. „Viele machen deshalb schon vor dem Herbst schlapp“, bringt es die Expertin auf den Punkt. Die 54-Jährige sitzt unter schattigen Bäumen und trinkt selbst gemachtes Rosen-Minze-Wasser. Vögel zwitschern, Schmetterlinge umschwirren die vielen Brennnesseln, Schwebfliegen steuern Kamillenblüten an. „Der Klimawandel ist ein schleichender Prozess, daher braucht es lange, bis er in der Gesellschaft wahrgenommen wird“, sagt Beerhues und blickt sich in ihrem Refugium um. „Hier wandelt sich das Klima noch schleichender. Unser Naturgarten bildet ein weitgehend stabiles System.“

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