13-Jährige muss vor Gericht aussagen
Vor dem Landgericht Münster muss sich ein 33-jähriger Freckenhorster wegen des Vorwuurfs, eine 13-Jährige missbraucht zu haben, verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem schweren sexuellen Missbrauch eines 13-jährigen Mädchens und die Herstellung kinderpornografischer Fotos vor. Mitte Juni 2019 soll sich der Angeklagte in seiner Wohnung an dem wehrlosen Kind vergangen haben, nachdem er zusammen mit dem Mädchen Alkohol und Rauschgift konsumiert hatte.

Mangels Geständnis muss Opfer in Zeugenstand

Im Falle eines Geständnisses hätte die Kammer dem Opfer eine Aussage vor Gericht ersparen können. Das war aber nicht möglich, weil der 33-Jährige nur Teile der Anklage einräumte. Er bestreitet den Geschlechtsverkehr in der Tatnacht.

Zum Schutz des Mädchens, das als Nebenklägerin auftritt, beantragte ihre Anwältin am Freitag  den Ausschluss der Öffentlichkeit für die Dauer der Vernehmung. Das Gericht gab dem Antrag statt. Nach ihrer Aussage verließ die 13-Jährige den Saal unter Tränen. Wie im Anschluss zu erfahren war, habe sie von den sexuellen Handlungen, die der Angeklagte auf und neben ihr vornahm, nichts mitbekommen, weil die Drogen sie wohl außer Gefecht gesetzt hatten. Auch von den Handyfotos, die der Mann von ihr in fast nacktem Zustand machte, habe sie nichts bemerkt.

Angeklagter spricht von Liebesbeziehung

Der Angeklagte blieb aber bei seiner Darstellung, dass alle Handlungen freiwillig erfolgt seien. Er habe eine Liebesbeziehung zu der 13-Jährigen gehabt, die zur Tatzeit in einer Mädchenwohngruppe in Freckenhorst lebte. Die Zeugen, die das Gericht gestern hörte, bestätigten die jeweiligen Versionen des Kindes und des Mannes. Vor der Polizei und der Haftrichterin hatte der 33-Jährige einvernehmliche sexuelle Handlungen gestanden. Das Mädchen fühlte sich dagegen missbraucht und war über die Fotos schockiert, sagte ihre ehemalige Betreuerin aus der Wohngruppe.

Erkenntnisreich wirkte die Aussage des Polizisten, der die Mobiltelefone des Angeklagten ausgewertet hatte. Außer den Bildern der 13-Jährigen fand der Beamte auf weiteren Handys eine ganze Reihe von kinder- und jugendpornografischen Dateien. Die hatte der Mann aus dem Internet heruntergeladen – teilweise auch aus einer Dropbox. Das legt den Schluss nahe, dass er Kontakt zumindest zu einem Anbieter solchen Materials hatte.

Der Prozess wird am 7. Januar vor der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts in Münster fortgesetzt.

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