17-Jähriger von SEK festgenommen
Bild: Baumjohann

Der Einsatz der Polizei an der Milter Straße war am Mittag beendet.          

Bild: Baumjohann

Diesen Anruf wird der Besitzer einer Mietwohnung in der Straße „An der Feldmark“ im Warendorfer Norden so schnell nicht vergessen. Am Apparat waren Mitarbeiter eines von ihm beauftragten Gartenbauunternehmens: „Einer deiner Mieter schießt gerade aus dem Fenster.“ Auch Sätze wie „Ich knall' euch alle ab“ sollen gefallen sein.

Keine Frage, dass der Vermieter daraufhin sofort die Polizei benachrichtigt hatte. Die Beamten sperrten die Milter Straße, informierten Kollegen und alarmierten reine Verhandlungsgruppe ebenso wie das SEK aus Dortmund. Schnell vor Ort waren neben Polizeibeamten aus dem gesamten Kreis Warendorf Kräfte der Feuerwehr, des Rettungsdiensts und der psychosozialen Notfallversorgung. Schnell stellt sich heraus: Der Jugendliche ist allein in der Wohnung, er hat keine Personen in seiner Gewalt. Auch im Mietshaus halten sich nicht viele Menschen auf, eine Mutter mit ihrem Kind kann schnell in Sicherheit gebracht werden. Beide werden von den Kräften der psychosozialen Notfallversorgung betreut.

Bis zum Eintreffen des SEK bleibt es ruhig an der Einsatzstelle an der Milter Straße. Und auch die Beamten des SEK kommen langsam angefahren – allesamt übrigens in Zivilfahrzeugen. Schnell und routiniert legen sie ihre Einsatzbekleidung an, während die Verhandlungsgruppe versucht, in Kontakt mit dem Jugendlichen zu kommen und ihn zur Aufgabe zu bewegen.

Zu sehen ist davon nichts. An der Einsatzstelle ist alles ruhig. Eine geraume Zeit kommen die ersten SEK-Beamten vom Einsatzort zurück, erste Fahrzeuge verlassen die Milter Straße. Wenig später dringt die Nachricht durch: Der polizeibekannte Täter hat gegen 11.30 Uhr unvermittelt die Tür geöffnet und die Einsatzkräfte in die Wohnung gelassen. Bei der Durchsuchung konnte keine Waffe gefunden werden.

„Der Jugendliche ist ein Problemfall“, berichtet der Besitzer der Mietwohnung im „Glocke“-Gespräch. Erst in der vergangenen Woche habe er ein Krisengespräch mit seiner Mutter und ihm geführt.

Der polizeibekannte Jugendliche trat mit einem Tuch vermummt an das geöffnete Fenster seiner Wohnung und die Landschaftsgärtner vernahmen schussähnliche Geräusche, so die Information an die alarmierte Polizei. 

Im Polizeibericht heißt es: „Der 17-Jährige öffnete gegen 11.30 Uhr unvermittelt die Wohnungstür und im Haus befindliche Kräfte des Spezialeinsatzkommandos nahmen ihn unverletzt fest. In seiner Vernehmung gab der Jugendliche an, nicht geschossen zu haben. Die Durchsuchung der Wohnung nach einer Waffe verlief erfolglos. Die Mutter nahm den Jugendlichen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen in Obhut. Weitere polizeilichen Ermittlungen, wie die Vernehmungen der geschädigten Arbeiter stehen noch aus.“

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