180 Erinnerungsstücke unter dem Hammer
Bild: Baumjohann
Zahlreiche Bieter versammelten sich zur Auktion im Garten des Hauses. Auktionator Detlef Jentsch schwang den Hammer.
Bild: Baumjohann

Dabei handelte es sich um eine Nachlassauktion, zu der die Erben den Auktionator beauftragt hatten. Für Jentsch war das eine Premiere – und das, obwohl der Gütersloher seit mehr als 35 Jahren im Geschäft ist und zu den bekanntesten öffentlich bestellten und vereidigten Versteigerern in Deutschland gehört. „Eine Auktion in Freckenhorst habe ich bis heute noch nicht durchgeführt“, bekennt Detlef Jentsch.

So manchen der potenziellen Käufer allerdings kannte der Auktionator durchaus. Es handelten sich um Stammgäste, die so manche seiner Auktionen besuchen, und die Jentsch mit ein paar persönlichen Worten begrüßte. Daneben war auch so mancher Freckenhorster gekommen, von Nachbarn aus dem Heckenweg bis hin zu weiteren Bürgern. Einige von ihnen waren früh erschienen und hatten sich vor dem Auktionsbeginn ausgiebig in der im Fachwerkstil erbauten Villa am Heckenweg umgesehen, in der Detlef Jentsch und sein Team die zur Versteigerung kommenden Kunstgegenstände, Möbel und andere Objekte liebevoll dekoriert hatte. „Es muss einladend wirken“, weiß der Auktionator aus seiner langjährigen Erfahrung. Am liebsten würde er jedem Auktionsgast ein Aha-Erlebnis beim Betreten des Hauses bescheren. Zahlreiche Stammgäste allerdings kamen erst gut eine halbe Stunde vor Auktionsbeginn in das Gebäude. „Viele informieren sich heute vorab im Internet“, weiß Detlef Jentsch. Auf seiner Webseite waren schon im Vorfeld der Auktion Bilder der zur Versteigerung kommenden Gegenstände zu sehen und der Katalog herunterzuladen. Einen prüfenden Blick warfen aber auch die „Profis“ auf die ins Auge gefassten Stücke.

 „Machen Sie einfach Gebote“, forderte Detlef Jentsch die potenziellen Bieter auf, wenn sich für das ein oder andere Stück nicht direkt Interessenten fanden. Dann konnte der Zuschlag auch schon einmal für einen Euro erfolgen – wie bei einem Wandrelief aus Schiefer mit Fischedekor. Bei anderen Teile wie historischen Möbeln erfolgte der Zuschlag teilweise aber auch deutlich über dem Ausrufpreis. Das Haus selbst kam am Samstag ebenfalls unter den Hammer, sogar ein Notar zur Beurkundung des Kaufs war vor Ort. Beim Ausrufpreis von 400 000 Euro allerdings ging keine Bieterkarte in die Höhe.

SOCIAL BOOKMARKS