300 Metaller protestieren gegen Angebot
Bild: Baumjohann
Mehr als 300 Beschäftigte verliehen am Montag auf dem Wilhelmsplatz in Warendorf der Forderung nach einem Lohnplus von fünf Prozent Nachdruck.
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Mit der Warnstreikaktion, zu der die Verwaltungsstelle Münster unter anderem die Beschäftigten von LMC (Sassenberg), Miele (Warendorf), Lohmann (Westkirchen), Westeria (Ostbevern), MBB (Beelen) und Winkhaus (Telgte) aufgerufen hatte, wolle man ein erstes Ausrufezeichen im laufenden Tarifkonflikt setzen, machte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Münster, Jürgen Schmidt (Bild), deutlich.

Niemals in der Nachkriegsgeschichte habe es in der Metall- und Elektroindustrie in einer Tarifrunde ein niedrigeres Eröffnungsangebot der Arbeitgeber gegeben, sagte Schmidt: „Das ist das erbärmlichste Angebot, das von den Metallarbeitgebern jemals gewagt worden ist.“ Wenn die Arbeitgeber von einem Scheinaufschwung sprächen, steckten sie sich in Wirklichkeit die Scheine in die Taschen. In der Metall- und Elektroindustrie gebe es leistungsfähige Unternehmen mit leistungsfähigen Belegschaften und guten Produkten. Dennoch sei man in der dritten Verhandlungsrunde keinen Schritt weitergekommen: „Das Angebot der Arbeitgeber ist eine Beleidigung. Deshalb steht ihr jetzt hier.“ Der Applaus der Beschäftigten war ihm sicher.

Ohnehin sei die Tarifforderung der IG Metall nicht nur gut für die Geldbeutel der Arbeitnehmer, sondern auch für die gesamte Volkswirtschaft: „Wenn mehr Geld im Portemonnaie ist, steigen auch die Konsumausgaben.“

Mit einem vernünftigen Angebot in der nächsten Runde könnten die Arbeitgeber für sachgerechte Verhandlungen auf der Zielgerade sorgen, ist Jürgen Schmidt überzeugt. Bewegten sich die Arbeitgeber hingegen nicht, sei die IG Metall gerüstet. „Wir bereiten uns minuziös auf Tagesstreiks vor“, sagt der Gewerkschafter. Bei denen wolle man ausgewählte Unternehmen für jeweils 24 Stunden lahmlegen. Danach könnten Urabstimmungen und reguläre Streiks folgen, sollte am Verhandlungstisch kein Fortkommen zu erreichen sein. Eine Eskalation, auf die man von Gewerkschaftsseite keinen Wert lege, wie Schmidt verdeutlichte. „Wir haben aber leider keinen Grund anzunehmen, dass es bei den Warnstreiks bleiben kann.“

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