AFG verkauft Küchenhersteller „Warendorf“
Der Küchenbauer „Warendorf“ wird amerikanisch: die CoBe Capital aus den USA übernimmt den Hersteller zum Ende des Jahres.

 „Das ist eine gute Nachricht für ‚Warendorf‘“, erklärt Geschäftsführer Thorsten Prée im Gespräch mit der „Glocke“. Die Stimmung nach der Mitarbeiterversammlung am Montag in Warendorf sei sehr gut gewesen, berichtet Prée weiter.

Der bisherige Eigentümer der Warendorfer Küchen, das Schweizer Unternehmen AFG, wolle sich nicht weiter im Bereich Premiumküchen engagieren, hieß es gestern in einer Pressemitteilung. „AFG hat als Bauausrüster andere Kernkompetenzen“, sagt Prée. Das Schweizer Unternehmen hat die Miele-Küchensparte 2005 übernommen. 2009 folgte dann die Umbenennung in „Warendorf“.

„Wir leiden darunter, dass zu wenige Menschen die Marke kennen“, sagt Prée. Es gebe Wettbewerber, die wesentlich präsenter seien. „Warendorf“ plane deswegen eine Werbekampagne. Zudem will das Unternehmen ein Shop-in-Shop-System aufbauen. In den zwanzig größten deutschen Städten will der Küchenbauer gemeinsam mit dem Einzelhandel vor Ort „Warendorf“-Studios einrichten. Prée kündigt als Ziel eine Umsatzverdoppelung in den kommenden drei Jahren an.

„Warendorf“ hatte in der Vergangenheit unter den Auswirkungen der Finanzkrise zu leiden. Im Jahr 2010 musste der Küchenhersteller 25 Prozent der Mitarbeiter entlassen. Heute beschäftigt das Unternehmen knapp 170 Menschen am Hauptsitz in Warendorf.

Der Investor Neal Cohen ist Gründer und Chef der CoBe Capital – beheimatet in New York, mit Niederlassungen in Paris und Köln. Die Gesellschaft sei spezialisiert auf die Übernahme von Abspaltungen großer Unternehmen. CoBe beteilige sich mit „Warendorf“ erstmals an einer deutschen Firma.

Cohen sieht gute Chancen für „Warendorf“. „Die Marke bietet allerbeste Voraussetzungen für nachhaltiges und profitables Wachstum.“ Auch der für das Europageschäft zuständige CoBe-Manager Dr. Henning Walf äußert sich optimistisch: „Wir sind begeistert von dem Produkt und den in Warendorf existierenden Abläufen.“

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