Ab 2015: „Volksbank im Kreis Warendorf“
Entwickeln die neue „Volksbank im Kreis Warendorf“ mit: die Vorstände Paul-Ludwig Rosche (links) und Martin Weber.

Sinkende Erlöse bei Kreditinstituten auf der einen Seite haben zwangsläufig geringe Erträge in anderen Bereichen zur Folge. Keine Ausnahme bildet dort die Volksbank Ahlen-Sassenberg-Warendorf, die am Dienstag ihren Geschäftsbericht für das vergangene Jahr vorgelegt hat.

„Besser geht immer“

 „Besser geht immer – wir sind zufrieden“, sind sich die beiden Vorstandsmitglieder Paul-Ludwig Rosche und Martin Weber einig, wenn sie auf das vergangene Jahr blicken: Gekennzeichnet von einem deutlichen Mitgliederzuwachs, einem Wachstum im Kundenkreditgeschäft und beiden Kundeneinlagen, einem erwartungsgemäß etwas geringerem Betriebsergebnis und Jahresüberschuss als üblich, von einer weiteren Stärkung des Eigenkapitals (6,2 Prozent) und der Kernkapitalquote von zehn Prozent sowie dem planmäßig verlaufenden Fusionsvorhaben mit der Volksbank Oelde-Ennigerloh-Neubeckum bewegt sich die Institution im Branchentrend.

Künftig „Volksbank im Kreis Warendorf“

 Gleichzeitig sehen Rosche und Weber große Herausforderungen auf sich zukommen: Will man sich als Geldinstitut weiter behaupten können in einem Fahrwasser, das unter anderem gekennzeichnet ist von einem politischen Zinstief, wird man sich sukzessive neu aufstellen müssen. Dazu zählt auch die geplante Fusion, an deren Ende – also Anfang 2015 – die „Volksbank im Kreis Warendorf“ stehen soll. Allerdings sind bereits vorher entscheidende Weichen gestellt worden.

Kundenvolumen auf 1,7 Milliarden Euro geklettert

So sei die intensivierte Mitgliederpolitik ausgesprochen positiv angenommen worden, sagen die Vorstände. Neben der Steigerung der Bilanzsumme auf 833 Millionen Euro – 2011 sind es 788 Millionen gewesen – ist das insgesamt betreute Kundenvolumen auf einen Wert von knapp 1,7 Milliarden Euro geklettert. Auch mit der Entwicklung im Kreditgeschäft – 2012 sind 150 Millionen Euro neu herausgelegt beziehungsweise prolongiert worden – ist die Bank zufrieden. Schwerpunkt seien die Bereiche Bauen und Wohnen sowie Energetisches Sanieren gewesen. Um die Risiken weiter zu minimieren, ist weiter an den Rahmendingungen in dem Geschäftsbereich gefeilt worden. Schließlich greift niemand gern in die Rücklage, um beispielsweise einen Kreditausfall zu kompensieren.

Dividende von 4,5 Prozent

Insgesamt falle das Bankergebnis nach Meinung des Vorstands zufriedenstellend aus. Der Vertreterversammlung am Dienstagabend ist eine Dividende von 4,5 Prozent vorgeschlagen worden. Der Rest des Jahresüberschusses von annähernd zwei Millionen Euro – also etwa 1,3 Millionen Euro – wird den Rücklagen der Bank zugeführt. „Bedingt durch verschiedene Sonderfaktoren ist das Betriebsergebnis mit 0,94 Prozent im Verhältnis zur durchschnittlichen Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr mit 1,03 Prozent rückläufig“, räumen Rosche und Weber ein.

Kommunikation auf Augenhöhe

An diese Tendenz werde man sich allerdings gewöhnen müssen: Die Niedrigzinsphase werde noch einige Jahre andauern, was der Branche insgesamt niedrigere Zinsüberschüsse bescheren werde. „Wir werden damit leben können, aber es mahnt uns zur Vorsicht und zu unveränderter Kostenoptimierung“, so Rosche. Ausdrücklich haben die Vorstände dabei eigenen Angaben zufolge nicht die Mitarbeiterschaft im Blick, selbst bei der geplanten Fusion nicht. Es herrsche sowohl auf Vorstandsebene als auch unter den anderen Angestellten eine gute und konstruktive Aufbruchstimmung. Man kommuniziere auf Augenhöhe und wolle ein neues, leistungsfähiges Institut entwickeln.

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