Abo-Einbruch beim Theater für Kinder
Bild: Poschmann
Theater vom Feinsten bot im Rahmen des Kinderangebots im Theater am Wall die Gruppe „Mimikri“ mit dem Stück „Rumpelstilzchen“.
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„Wir haben nur sehr wenige Abos verkauft“, sagte André Auer bei der Vorlage des Geschäftsberichts im Rahmen der Jahreshauptversammlung besorgt.  In der abgelaufenen Spielserie lag die Auslastung im Kindertheater bei 93 Prozent, ein Spitzenwert, der deutlich über Ring A (Schauspiel und Musik, 61 Prozent) und Ring B (Kleinkunst, 85 Prozent) angesiedelt war. „Fluktuation gibt es im Bereich Kindertheater immer, weil Kinder vom Alter her herauswachsen“, meinte der Vorsitzende des Vereins, Clemens Wallmeier. Ein so deutlicher Rückgang sei aber sehr bedenklich. Man müsse nun genau nach den Ursachen suchen und noch einmal verstärkt an die Grundschulen herantreten, um Werbung zu machen.

In dieser Spielzeit stehen noch vier Stücke für Kinder auf dem Programm. Am 12. Dezember zeigt das Theater am Wall „Anton – das Mäusemusical“. Am 23. Januar geht es weiter mit „Die drei Räuber“, ein Kinderstück mit Musik nach Tomi Ungerer. „Die Legende von Mulan“ nach einer alten chinesischen Sage wird am 20. Februar aufgeführt. Der Ring D endet am 17. April mit „Die Schatzinsel“. Die Karten kosten jeweils von sieben bis 10,50 Euro.

Ansonsten gab es vorwiegend gute Nachrichten auf der Jahreshauptversammlung zu vermelden. Seit dieser Spielserie arbeitet das Theater am Wall mit einem neuen Ticketsystem, dem externen Anbieter „adticket“. Karten können jetzt bundesweit an etwa 1000 Verkaufsstellen erworben werden – und natürlich weiter im Internet sowie im Warendorfer Kulturbüro. Die Preiskategorien sind überarbeitet worden. Es gibt jetzt Plätze, Reihe 15 und 16, die deutlich günstiger als die anderen sind. „Damit sind wir unserem sozialen Anspruch gerecht geworden“, urteilt Wallmeier. Insgesamt gesehen seien die Karten aber ein „kleines bisschen teurer geworden“.

Der Wunsch nach neuen, jüngeren Gesichtern ist erfüllt worden: Der Verein zur Erhaltung des Theater am Wall und zur Förderung der lokalen Kultur, kurz TaW ev., geht mit einem erweiterten Vorstand in die nächsten beiden Spielzeiten. Die Führungsriege besteht nun auch acht, statt fünf Mitgliedern. Dafür war eine Satzungsänderung notwendig, die während der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Dachtheater einstimmig beschlossen wurde. Erster Vorsitzender bleibt Clemens Wallmeier, Zweiter Vorsitzender ist nun André Auer, der seinen Posten mit Angela Hinzen tauschte, die nun Schriftführerin ist. Als Schatzmeisterin bestätigt wurde Maria Rother, Beisitzerin Maria Kleickmann erhielt ebenfalls ein einstimmiges Votum zum Weitermachen. Neu im Team, jeweils als Beisitzer, sind Raphaela Lagrange, Benedikt Ratermann und Johannes Austermann.

„Wir sind seit vielen Jahren ein eingespieltes Team. Darin liegt aber vielleicht auch eine Gefahr. Vielleicht sind wir zu eingefahren geworden“, hatte Angela Hinzen vor der Wahl den Anwesenden einen Grund für die gewünschte Satzungsänderung genannt. Clemens Wallmeier nannte einen anderen: „Wir haben noch Spaß und wollen nicht aufhören. Aber die Arbeit ist gewachsen, und daher hätten wir gern mehr Schultern, auf denen wird die Aufgaben verteilen können. Diese neuen Mitarbeiter sollen aber auch Entscheidungsbefugnisse besitzen.“

André Auer stellte bei dieser Gelegenheit auch die neue Homepage vor und teilte erste Erfahrungen mit dem neuen, 100 Kilo schweren Filmprojektor, mit. „Er macht ein fantastisches Bild“, schwärmte er. Schatzmeisterin Maria Rother beschrieb die abgelaufene Spielzeit als sehr erfreulich. Sie sei mit einem Defizit in Höhe von 1145 Euro abgeschlossen worden. „Das ist deutlich weniger als im vergangenen Jahr“, bilanzierte sie.

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