Abschied vom Einener „Backhaus“
Bild: Ossege-Fischer
Das rote Sofa ist der Lieblingsplatz von Claudia Aertker im „Backhaus“, das sie neun Jahre lang als Pächterin führte.
Bild: Ossege-Fischer

Als gelernte Medizinisch-Technische-Assistentin (MTA) hatte sie von der Materie „Gastronomie“ wenig Ahnung, doch ihre Aushilfstätigkeit als Verkäuferin in einer Bäckerei half ihr beim Neubeginn. Lange hatte sie überlegt, ob sie den Job überhaupt annehmen sollte, doch sie wagte – auch wegen des Zuspruchs ihrer Familie – den Sprung ins kalte Wasser.

Diesen Sprung hat sie bis heute nicht bereut. Auch wenn sie ihre Tätigkeit nun wegen der Familie aufgibt. Trotz eines erschwerten Anfangs – einige Tage vor der Eröffnung des „Backhauses“ erfuhr sie, dass sie schwanger war – stieg sie voll ein und zog ihren Sohn quasi im Backhaus groß. „Das hat wunderbar funktioniert“, erinnert sie sich.

Aerdker fing mit Kaffee und Kuchen an, auch die beliebten Waffeln hatte sie schon damals im Angebot. „Die Waffeln haben mich manches Mal gerettet“, erinnert sie sich schmunzelnd. Heute kommen viele Gäste nur wegen dieser Waffeln. Auch das Backhaus hat sich verändert. So investierte Claudia Aerdker in neue Stühle, Tassen und Geschirr, und auch die Dekoration wechselte. Nur das rote Sofa blieb – ein beliebtes Möbelstück im Backhaus mit einer langen Tradition. Aerdker ist auch jetzt noch von der „Wohnzimmer-Atmosphäre“ begeistert.

Als sie mit ihrem Mann vor gut neun Jahren Gast im Backhaus war, hätten sich beide sofort in den Gastraum und das ganze Haus verliebt, erzählt sie. Danach fiel ihr die Entscheidung, das Haus zu pachten, leicht. „Sicher gibt es immer Gäste, die man nicht zufriedenstellen kann, doch eigentlich hat alles von Anfang an gut geklappt“, zieht Claudia Aertker ein überaus positives Resümee. Sie erinnert sich gern an ihr Personal und an die gute Unterstützung durch den Heimatverein Einen-Müssingen.

Doch jetzt möchte sie mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen, denn bislang blieben ihr gemütliche Wochenenden mit der Familie verwehrt, und ihr Mann kümmerte sich dann allein um den Sohn. Zum 1. Dezember übergibt sie das gut laufende Backhaus an das neue Pächterehepaar Anja und Wolfgang Lilienbecker und wünscht den beiden alles Gute.

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