Alter Eigentümer ist der neue
Bild: Fenneker
Froh über den Neuanfang bei Warendorf – Die Küche sind (v. l.) Insolvenzverwalter Michael Mönig, Betriebsratsvorsitzender André Hagedorn, Detlef lütke Zutelgte (Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender) und Geschäftsführer Manfred van Ginkel.
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Die Verbindlichkeiten des alten hat das neue Unternehmen jedoch nicht übernommen. Am Montag wurden die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung von Insolvenzverwalter Michael Mönig informiert.

„Wir sind froh, dass wir die Arbeitsplätze erhalten konnten“, sagte Mönig später bei einer Pressekonferenz. Er habe bislang zwei Kündigungen ausgesprochen, vier bis fünf weitere würden folgen. Neun Mitarbeiter seien aus der Produktion in eine andere Gesellschaft gewechselt, zu gleichen Bedingungen. 23 Mitarbeiter übernehme eine Transfergesellschaft, die nun über sechs Monate aus der Insolvenzmasse finanziert werde.

In der vergangenen Woche seien die Verträge ausgehandelt worden, berichtete Mönig. „Ich bin fest davon überzeugt, dass Warendorf Küchen eine Zukunft hat“, betonte der Insolvenzverwalter. „Das ist ein gutes Produkt, das hier hergestellt wird.“

Geschäftsführer bleiben Manfred van Ginkel und Slav Lepenin. Ginkel erklärte zur strategischen Ausrichtung, dass man sich nun wieder mehr auf das Deutschland-Geschäft konzentrieren wolle. Dies habe man in den vergangenen Jahren etwas aus den Augen verloren. Lepenin sagte, dass für den Investor wichtig gewesen sei, dass es eine funktionsfähige Firma gebe. Er wolle nicht weiter Geld zuschießen wie in den vergangenen Jahren.

Die Nachricht von der Insolvenz am 17. Dezember sei „wie ein Schlag ins Gesicht“ gewesen, sagte Betriebsratsvorsitzender André Hagedorn. „Da wurde uns der Boden unter den Füßen weggezogen.“ Gestern dann seien alle Mitarbeiter „mit einem freudigen Grinsen“ im Gesicht aus der Betriebsversammlung gegangen. „Alle sind froh, dass es weitergeht.“ Hagedorn betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter und den Geschäftsführern. Mönig wiederum lobte den Einsatz der Betriebsräte: „Sie haben die Mitarbeiter immer wieder motiviert und gesagt: ,Glaubt an euren Arbeitsplatz.’“ Das Verfahren war auch deswegen schwierig, weil man ein für drei Monate geplantes Verfahren wegen der weihnachtlichen Betriebsferien in sechs Wochen hat durchziehen müssen, wie Hagedorn sagte.

Gesellschaft ist frei von Schulden

Ziel sei immer gewesen, ab dem 1. März neu durchzustarten, hieß es. Das Insolvenzverfahren hat alle Beteiligten stark gefordert. Beispielsweise habe man Zulieferer überzeugen müssen, weiterhin zu liefern, sagte Mönig. Auch wäre es möglich gewesen, dass Kunden Aufträge stornieren, weil sie Angst um die Gewährleistung hätten. „Gott sei Dank haben wir eine besonders hohe Qualität, die die Kunden wollten.“

Ein Problem der alten Gesellschaft waren die Lasten des Pensionsfonds. Die neue Gesellschaft ist nun frei von diesen Lasten sowie weiteren Schulden. „Die Rentenansprüche der Mitarbeiter sind abgesichert“, sagte Mönig. Es greife eine Versicherung. Insgesamt summierten sich die Forderungen der Gläubiger – außer dem Pensionsfonds auch Zulieferer – auf einen Betrag zwischen zehn und 20 Millionen Euro. Er stehe aber erst am Anfang der Arbeit in Sachen Schulden, sagte der Insolvenzverwalter.

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