Alternativroute für Umgehungsstraße
Bild: Kleigrewe
Setzen sich für eine alternative Routenplanung für die Freckenhorster Umgehungsstraße ein: (v. l.) Ursula Dühlmann, Paul Lütke Laxen, Marvin Brinkmann, Manfred Lensing, Alfred Heine, Martin Albers, Monika Albers, Ralf Erlemeyer, Nils Beckervordersandfort, Bernhard Kremann, Heinz Wittler und Norbert Dühlmann.
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Bereits bei der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgehungsstraße im Dezember hatte Norbert Dühlmann eine vor einigen Jahren von einer Städteplanerin ausgearbeitete Route vorgestellt, die deutlich näher am Ort verläuft als die von Straßen.NRW geplante Trasse. Damit habe man sich von Seiten der Planer und der Politik aber nicht weiter beschäftigt, bedauerte er.

Dabei habe die Alternativroute, die mit drei Kreisverkehren – einer im Bereich des neuen Friedhofs, einer auf Höhe des Sportplatzes Feidiek und einer an der Warendorfer Straße – angebunden werde, deutliche Vorteile für Freckenhorst, betonte Dühlmann. Zum einen könnten die Brücken- und die Merveldtstraße, auf denen derzeit zahlreiche Berufspendler unterwegs seien, vom Verkehr entlastet werden. Zum anderen werde durch den enger gezogenen Bogen wesentlich weniger Fläche in den Bauerschaften von der Straße zerschnitten, und es seien keine großen Brückenbauwerke nötig. Auch das Naturschutzgebiet, durch das die derzeit geplante Strecke führe, müsse nicht berührt werden. „Uns geht es darum, dass wir nicht einer mehr als 30 Jahre alten Planung hinterherlaufen, sondern noch einmal alternativ denken“, erklärte Dühlmann.

Das sah auch Manfred Lensing als Vertreter des Nabu so. „Als Naturschutzorganisation sind wir selbstverständlich grundsätzlich dagegen, durch Straßenbau Flächen zu versiegeln“, betonte er und verwies auf das von Mensch und Tier gleichermaßen gern frequentierte Feuchtgebiet Schüttenteich, das auf der Trasse für die Umgehungsstraße liegt. „Aber wenn schon geplant wird, dann sollte man jetzt noch einmal neu nachdenken und auch die neue Mobilität und ihre Auswirkungen auf den künftigen Verkehr mit einbeziehen.“

Schließlich solle es eine Umgehung für die Freckenhorster Bürger sein und nicht eine für den Fernverkehr, gab Alfred Heine zu bedenken und warnte eindringlich davor, durch eine großzügig ausgebaute Umgehungsstraße noch mehr Verkehr nach Freckenhorst zu locken als ohnehin schon da sei.

Doch würde eine neue Planung für die Freckenhorster Umgehung den Bau der seit Jahrzehnten herbeigesehnten Straße nicht in noch weitere Zukunft verschieben? Das sehen die Befürworter der Alternative nicht so. Gut zwei Jahre zusätzlicher Planungszeit würde es kosten, eine alternative Route komplett auszuarbeiten, haben sie von den Experten erfahren. „Wenn man bedenkt, dass es bei der aktuell geplanten Route mit Sicherheit nach der Planfeststellung jede Menge Klagen geben wird, die das Verfahren verzögern, ist das gar nicht so lang“, erklärte Bernhard Kremann von der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW).

Fragt sich, ob die alternative Trasse ohne Anliegerklagen durchgehen würde. Die Chancen dafür ständen auf jeden Fall besser, erläuterte Kremann. Im Vorfeld sei bereits ein Teil der Eigentümer besucht und befragt worden. „Für eine kleinere, sinnvollere Umgehung sind sie eher bereit, ihren Grund zur Verfügung zu stellen“, schilderte er die Reaktionen.

„Uns kommt es einfach darauf an, dass man jetzt nicht eine 30 Jahre alte Planung im Hauruck-Verfahren durchpeitscht, sondern noch einmal alternativ nachdenkt“, fasste Paul Lütke Laxen zusammen und hofft darauf, dass es gelingt, die Politik von der Notwendigkeit einer neuen Planung zu überzeugen. „Eigentlich kann einer Stadt doch nichts Besseres passieren, als wenn sich die Bürger für solche wichtigen Projekte interessieren und sich auch engagieren“, betont der Freckenhorster mit einem Lächeln..

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