Altes Haus Gedigk als Museum nutzen
Bild: Kleigrewe
Als Teil des Dezentralen Stadtmuseums soll das Haus Gedigk in direkter Nachbarschaft zur Grundschule nach dem Willen des Heimatvereins Milte künftig genutzt werden.
Bild: Kleigrewe

Im Jahr 1944 war das Haus, das in direkter Nachbarschaft zur Grundschule liegt, als Behelfsheim für Bombenflüchtlinge aus Münster errichtet worden. Nach dem Krieg wurde es zur Unterbringung von Flüchtlingen aus den Ostgebieten genutzt. Von dort kam auch die Familie Gedigk, die seit dem Jahr 1950 mit verschiedenen Generationen in dem Gebäude lebte und nach der das Haus benannt wurde. Als Paula Gedigk 2009 in ein Seniorenheim nach Warendorf zog, wurde das Haus an die Stadt Warendorf verkauft und als „überregional bedeutendes Geschichtszeugnis“ in die Denkmalliste aufgenommen.

Doch seitdem steht es auch leer – und das will der Heimatverein Milte ändern. „Wir wollen wieder Leben in das Haus Gedigk bringen“, betonte Knorr. So sei geplant, den größeren Teil des Gebäudes zu einem Museum auszubauen, in dem den Besuchern ein realistisches Bild der Nachkriegszeit vermittelt werden soll. Ein kleinerer Teil sei als außerschulischer Lernort für die Grundschule gedacht, der multifunktional auch für Sonderausstellungen und weitere Aktionen des Museums genutzt werden könnte.

Damit das geschehen könne, seien aber einige Sanierungsarbeiten in dem seit mehr als fünf Jahren leerstehenden Gebäude notwendig, erläuterte der Heimatvereins-Vorsitzende. Rund 57 524 Euro habe man nach einer Begehung mit heimischen Fachleuten dafür veranschlagt. Der Heimatverein sei bereit, 15 000 Euro selbst aufzubringen, ehrenamtliche Arbeitsstunden im Wert von 5000 Euro zu leisten und auch Einrichtungsgegenstände aus seinen Beständen zu stellen, die ebenfalls einen Wert von rund 5000 Euro hätten. Als Zuschussbedarf blieben dann noch etwa 32 500 Euro übrig.

Außerdem wolle der Heimatverein das Gebäudemanagement übernehmen, erklärte Knorr. Das heißt, er werde sich unter anderem um die Unterhaltung und Reinigung des künftigen Museumsgebäudes kümmern, die Nutzung des Hauses koordinieren, bei der Programmentwicklung mitwirken und den Museumsbetrieb durch Beaufsichtigung und Betreuung der Besucher unterstützen.

„Die beste Möglichkeit ein Haus zu erhalten, ist die Nutzung“, stellte Baudirektor Peter Pesch in der Sitzung des Bezirksausschusses fest. Deshalb begrüße die Stadt die Initiative des Heimatvereins in Bezug auf das Haus Gedigk. Allerdings sei die Verwaltung bei ersten Gesprächen zu diesem Thema von einem Zuschussbedarf in Höhe von rund 15 000 Euro ausgegangen, erklärte Pesch. Diese Summe wäre aus dem laufenden Haushalt zu finanzieren gewesen. Da der Bedarf nun aber mit 32 500 Euro deutlich höher sei, werde die Verwaltung das Projekt für die Haushaltsplanberatungen 2016 entsprechend vorbereiten und den Kommunalpolitikern in diesem Rahmen zur Entscheidung vorlegen. Auch die Fraktionen wollten über das Thema beraten, kündigte der Ausschussvorsitzende Alwin Wiggering an.

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