Altmeister serviert „Nur das Beste“
Bild: Otterpohl
Ein glanzvoller Abend mit dem Kabarettisten Thomas Freitag. Das Publikum im Gartensaal war restlos begeistert.
Bild: Otterpohl

Für seinen Auftritt machte Freitag einen Abstecher aufs Land zwischen Leipziger „Pfeffermühle“ und Berliner „Wühlmäuse“. Und er begeisterte auch in der Stiftsstadt.

Jede Geste, jede Pointe sitzt

Dass da kein Anfänger auf der Bühne im vollbesetzten Gartensaal steht, ist ja klar. Hier spielt ein Altmeister, bei dem jede stimmliche Nuance, jeder Fingerzeig, jede Kopfbewegung und jedes Augenblinzeln sitzt. Thomas Freitag schwitzt, brüllt und rezitiert. Er beherrscht die perfekt getimte Pointe und hat Mut zur beklemmenden Nummer.

Mit ungemeiner Präsenz – auch die aktuelle politische Lage hat ihm nicht die Sprache verschlagen – stürzt sich der Kabarettist ins Programm. Mit enormer Spielfreude lässt er Politiker aus vergangenen Tagen (wie etwa Franz-Josef Strauß, Herbert Wehner und Willy Brandt) wieder auferstehen. Dabei stellt er frühere Programmnummern in einen neuen Kontext.

Sogar Lokalkolorit weiß der Altmeister einzuflechten. Seit mehr als 35 Jahren steht Thomas Freitag auf der Bühne, nimmt Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten aufs Korn – mal komisch, mal wütend und anklagend, aber auch anrührend. Und das auf höchstem Niveau und mit dem rauen, rostigen Timbre seiner Stimme.

Genervt von schwindender Moral 

Wie ein roter Faden zieht sich ein wichtiger Brief und die Suche nach den benötigten Unterlagen durch das zweieinhalbstündige Geschehen auf der Bühne. Die Rentenversicherung fordert Auskünfte zu Versicherungszeiten und vor allem Arbeitsbelege aus den zurückliegenden Jahren – für die Rente. Und die ist wichtig. Freitag ist genervt von wachsender Dummheit und von schwindender Moral.

In seinen vielen Jahren als Kabarettist hat er viele Anekdoten angesammelt. Bei der Suche nach den Arbeitsunterlagen für die Rente werden einige davon wieder aktuell.

Was haben Angela Merkel und Günter Wallraff gemeinsam? Thomas Freitag weiß es. Lesen Sie mehr dazu in der „Glocke“-Ausgabe am Mittwoch.

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