Andreas Hornung soll Bürgermeister werden
Bild: Feldhaus
31 anwesende Mitglieder – 31 Ja-Stimmen: Die Sozialdemokraten stehen geschlossen hinter ihrem Bürgermeisterkandidaten Andreas Hornung, der gestern offiziell von der Partei nominiert worden ist. Unser Bild zeigt (v. l.) den Stadtverbandsvorsitzenden Dr. Erich Tertilt, Andreas Hornung und SPD-Fraktionschefin Andrea Kleene-Erke.
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Eine gemeinsame Findungskommission von SPD, Grünen und FWG hatte ihn ausgewählt: Andreas Hornung soll Bürgermeisterkandidat werden und im Oktober die Nachfolge des parteilosen Amtsinhabers Jochen Walter antreten. Jetzt weiß Hornung, dass die Mitglieder des SPD-Ortsvereins geschlossen hinter ihm stehen.  Gewählt wird Warendorfs künftiger Bürgermeister am 13. September 2015.

Im Rahmen einer Mitgliederversammlung der Warendorfer Sozialdemokraten in der Gaststätte „Porten Leve“ hatte Hornung sich und seine politischen Ziele vorgestellt. Der 45-jährige gebürtige Münsteraner, der seit Februar 2001 mit seiner Familie – seiner Frau Daniela und den Kindern Cedric (20), Jonas (18) und Pauline (15) – am Diekamp in Warendorf wohnt, ist Familienrichter am Oberlandesgericht Hamm und war zuvor von 2000 bis 2012 als Richter am Amtsgericht Warendorf tätig (Familienangelegenheiten und Landwirtschaft). Andreas Hornung wird Gegenkandidat von Axel Linke sein. CDU und FDP haben den Beigeordneten der Stadt Rheine kürzlich als ihren Bewerber für das Amt des Verwaltungschefs in der Kreisstadt offiziell ins Rennen geschickt. „Wir, das Bürgerbündnis von SPD, Grünen und FWG, haben einen kompetenten und kommunikativen Kandidaten, der sich für die Menschen interessiert und für sie da ist. Er ist hier am Ort verwurzelt, stammt aus unseren Reihen und steht für unsere Grundsätze: Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität“, erklärte Dr. Erich Tertilt, Vorsitzender des SPD-Stadtverbands. Zu seinen Hobbys zählt Andreas Hornung Fußball, Doppelkopf, Skifahren, Geschichte und Lesen. Er engagiert sich im Wohngebiet Düsternstraße / Diekamp, in der Evangelischen Kirchengemeinde, im Lions-Club und im BVB-Fanclub.

Im Bürgermeisterwahlkampf möchte der gemeinsame Kandidat von SPD, Grünen und FWG, der Sozialdemokrat Andreas Hornung (45), nicht ausschließlich auf seinen „Heimvorteil“ bauen. Mir ist klar, dass die Wahl nicht allein dadurch entschieden wird, dass ich in Warendorf lebe und mich hier viele Menschen kennen“, erklärte er anlässlich der Nominierungsversammlung der SPD. Hornung stellte in seiner Rede heraus, warum er sich für das Amt des Chefs in der Stadtverwaltung geeignet hält und benannte Schwerpunktthemen, die im Wahlkampf eine Rolle spielen. „Ich bin davon überzeugt, dass mein bisheriges Leben und mein Werdegang mich für das Amt des Bürgermeisters qualifizieren“, betonte Hornung und verwies auf Studium und Referendariat (Kommunal- und Verwaltungsrecht), auf seine Zeit als Richter am Amtsgericht und aktuell als Familienrichter am Oberlandesgericht. „Ich setze mich im Beruf für die bestmögliche Umsetzung von Gerechtigkeit ein. Im Familienrecht führt dies oft im wahrsten Sinne des Wortes zu sozialer Gerechtigkeit“, betonte Hornung und erinnerte daran, dass er mitgewirkt habe, die „Warendorfer Praxis“ ins Leben zu rufen, ein Netzwerk im Kreis Warendorf von Fachleuten, Jugendämtern, Beratungsstellen, Frauenhäusern, Gutachtern, Anwälten und Richtern, die zum Wohle von durch Familienstreitigkeiten betroffenen Kindern zusammenarbeiten. Er habe ein Gespür dafür, wann es sich lohnt, zwischen Beteiligten eines Prozesses zu moderieren und in welchen Fälle stattdessen schnelle und klare Entscheidungen zu treffen sind, so Hornungs Selbsteinschätzung.

Schwerpunkte im Wahlkampf will Andreas Hornung unter anderem auf soziale Themen legen. „Wir müssen die Freizeitangebote insbesondere für Jugendliche attraktiver gestalten“, sagte Hornung. Die vielfältige Kita- und Schullandschaft müsse erhalten bleiben, einschließlich der Möglichkeit, am Aufbaugymnasium mit 13 Schuljahren das Abitur zu erwerben. „Wichtig ist mir, dass jeder Familie durch die Stadt zuverlässige Rahmenbedingungen für ihre jeweilige Lebensplanung gewährleistet werden“, machte Hornung deutlich. Der Kandidat für das Bürgermeisteramt ging auf aktuelle Zahlen zum Wohnungsmarkt ein und forderte: „Wir müssen schnell, gezielt und nachhaltig die Planung und Ausweisung neuer Baugebiete vorantreiben, damit alle Interessierten in Warendorf bezahlbaren Wohnraum finden.“

Wer in Warendorf Bürgermeister werden will, kommt nicht umhin, sich zur Infrastruktur und zur Verkehrspolitik zu äußern. Das hat gestern auch Andreas Hornung getan. Der 46-Jährige fordert, das Hauptaugenmerk auf Sanierung und Erhalt vorhandener Einrichtungen (zum Beispiel Lehrschwimmbecken Freckenhorst), Straßen und Radwege zu legen. Marktplatz und Emsinsel sollten möglichst im Einvernehmen zwischen Stadt und Bürgerschaft neu gestaltet werden. Zum Thema Umgehungsstraßen erklärte Hornung, dass Freckenhorst „ganz dringend“ eine solche verkehrliche Entlastung benötige und regte an, die Realisierung losgelöst von einem „gleichzeitigen Vollausbau der B 64n“ zu prüfen. Deren bisher geplante Dimensionierung sei, so Hornung, zu hinterfragen. „Während die Radwege für touristische Zwecke, zum Beispiel der Emsauenweg, weitgehend sehr attraktiv gestaltet sind, befindet sich ein Teil der für Alltagszwecke wie Schulwege genutzten Radwege in der Kernstadt und den Ortsteilen in einem bedauernswerten Zustand“, stellte Hornung fest. Hinsichtlich der Finanzpolitik sprach sich Hornung dafür aus, nach einem Jahr mit „Investitionen und Neuverschuldung“ auf den zuvor eingeschlagenen Weg der Haushaltskonsolidierung zurückzukehren. Ein Ergebnishaushalt mit einem Defizit von voraussichtlich rund sechs Millionen Euro müsse eine einmalige Ausnahme bleiben. „Ich werde mich als Bürgermeister dafür stark machen, dass die Stadt Warendorf in den kommenden Jahren auf den Weg zu einem ausgeglichenen Ergebnishaushalt zurückkehrt“, erklärte Andreas Hornung.

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