Andreas Ostholt sichert sich zweiten Titel
Bild: dpa
Andreas Ostholt ist zum zweiten Mal nach 2011 deutscher Meister der Vielseitigkeitsreiter. Trotz eines Abwurfs im abschließenden Springen sicherte sich der Warendorfer gestern auf So is Et den Titel und den Sieg bei der Drei-Sterne-Prüfung in Luhmühlen.
Bild: dpa

Luhmühlen (dpa) - Die Sieger standen schon vor dem Finale fest. Die Erleichterung über den reibungslosen Gelände-Wettbewerb beim Vielseitigkeits-Klassiker in Luhmühlen war ein Jahr nach dem Tod von Benjamin Winter bei allen spürbar. Keine spektakulären Stürze, keine verletzten Reiter, keine verletzten Pferde: Das Turnier in der Lüneburger Heide lieferte am Samstag die Bilder, die es selbst – und das Vielseitigkeitsreiten insgesamt – für einen dringend benötigten Imagegewinn brauchten. „Das war Werbung für den Sport“, sagte Ingrid Klimke, die mit ihrem ersten Sieg im Vier-Sterne-Klassiker und dem anschließenden zweiten Platz in der Drei-Sterne-Prüfung zur deutschen Meisterschaft der diesjährige Star war.

Mit einem Nullfehler-Ritt sicherte sich die zweimalige Team-Olympiasiegerin Klimke den Sieg in der Vier-Sterne-Prüfung vor der Neuseeländerin Jonelle Price auf Faerie Dianimo und Doppel-Olympiasieger Michael Jung aus Horb mit Sam. Immer wieder zeigte die Reiterin aus Münster auf ihre Stute Escada, nachdem sie im abschließenden Springen das Ziel erreicht hatte. „Escada ist ein fantastisches Pferd. Ich bin gerührt über ihre Leistung“, sagte die 47-Jährige.
Drei Stunden später hätte Ingrid Klimke beinahe erneut Grund zum Jubel. In der leichteren Drei-Sterne-Prüfung, die zugleich als deutsche Meisterschaft gewertet wurde, musste sie sich auf ihrem zweiten Toppferd Hale Bob nach einer weiteren Nullrunde nur Andreas Ostholt geschlagen geben. Trotz eines Abwurfs und eines Zeitfehlers blieb der Warendorfer auf So is Et vorne und sicherte sich zum zweiten Mal nach 2011 den Titel. Auch ohne verpasste Meisterschaft war Ingrid Klimke die überragende Reiterin in Luhmühlen. Bundestrainer Hans Melzer war nicht nur wegen Klimke mit seinen Reitern zufrieden. Im Hinblick auf die EM im September in Schottland verzichtete er aber zunächst auf eine sogenannte Longlist, eine vorläufige Kandidaten-Auswahl. Die Benennung der Equipe soll im August nach dem Turnier in Aachen erfolgen. „Wir haben eine Reservebank wie Bayern München“, sagte er zu der großen Zahl an Spitzenpaaren.

SOCIAL BOOKMARKS