Anwohner können Grundwasser nutzen
Mit Anlagen wie dieser an der Tönneburg wird im Warendorfer Norden das belastete Grundwasser gereinigt. Die Sanierung soll fortgesetzt werden.

Der Umweltwissenschaftler war von der Kreisverwaltung mit einem Gutachten beauftragt worden, das er jetzt vorstellte. Das Tetrachlorethen werde über die Wurzeln der Pflanzen nicht aufgenommen, verwies Ewers beispielsweise auf einen großangelegten Versuch aus den USA. Und auch die mögliche Einatmung des flüchtigen Stoffes etwa beim Beregnen des Rasens sei nicht problematisch. Grundsätzlich empfehle es sich allerdings, Obst und Gemüse vor dem Verzehr mit Wasser in Trinkwasserqualität abzuwaschen. Das aber sei ohnehin gängige Praxis, so der Umweltwissenschaftler.

Ewers empfiehlt allerdings, Planschbecken nicht mit dem belasteten Grundwasser zu füllen. „Tetrachlorethen kann leicht über die Haut aufgenommen werden“, weiß er. Für die Befüllung von Planschbecken empfehle er die Nutzung von Wasser in Trinkwasserqualität. Diese Empfehlung gebe er rein aus Vorsorgegründen ab, machte der Wissenschaftler im Kreis-Umweltausschuss deutlich. Wissenschaftlich sei sie vor dem Hintergrund der derzeitigen Messwerte an den 13 eingerichteten Grundwassermessstellen nicht begründbar.

Das ist ein Erfolg der seit fünf Jahre laufenden Sanierungsmaßnahmen des Grundwasserkörpers. „Die Giftfahne ist an der Spitze stabil und nicht ins Wohngebiet Heidekamp, Hasenkamp, Buschkamp durchgeschlagen“, machte Kreis-Umweltdezernent Carsten Rehers deutlich. „Die Sanierung läuft gut und läuft stabil.“ Und sie soll fortgesetzt werden. Der entsprechende Förderantrag an die Bezirksregierung sei auf den Weg gebracht worden, so Rehers.

Nachrichten, die Anwohner Rainer Robers gerne hörte. In der Einwohnerfragestunde zu Sitzungsbeginn hatte er die Sorge geäußert, dass die Giftfahne weiter vordringen und die Sanierung beendet werden könne. Was er nun gehört habe, nehme einige Bedenken weg, betonte er in einer Sitzungsunterbrechung. Diese Informationen wolle er in der Nachbarschaft gerne weitergeben.

Nebenbei sind diese Neuigkeiten auch gute Nachrichten für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, im zu erschließenden Gebiet „In de Brinke“ zu bauen. Wenn weiter saniert wird und sich die Giftfahne nicht bewegt, wird sie die künftigen Bauplätze nicht erreichen.

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