Auf Spuren der Wirtschaftsgeschichte
Bild: Baumjohann
Historische Ansichten Freckenhorsts zeigte Werbegemeinschafts-Chef Christian Murrenhoff zum Auftakt des Rundgangs.
Bild: Baumjohann

Start war im Stiftshof Dühlmann mit einem Sektempfang und ersten geschichtlichen Einblicken, als Werbegemeinschafts-Vorsitzender Christian Murrenhoff alte Fotos von Freckenhorst zeigte. Nächste Station war die Schmiehausen-Kreuzung. „Früher war die noch enger als heute“, weiß Rose und erinnerte an das namensgebende Café Schmiehausen ebenso wie an zwei weitere Bäckereien und Cafés in direkter Umgebung.

Waren ganz anderer Art wurden im Haus Heuveldop verkauft. Seit 1811 beherbergte das an der Hoetmarer Straße gelegene Doppelhaus ein Tuchgeschäft. Der heutige Besitzer Friedrich Grabbert ermöglichte der Gruppe einen Blick ins Haus ebenso wie in den großzügigen Garten. Von der vielbefahrenen Kreuzung ist dort beinahe nichts zu hören.

Keinesfalls Wirtschaftsgeschichte ist die 1921 gegründete Fleischerei Minke, die ihre bekannte Erbsensuppe aus der Gulaschkanone 1979 sogar Prinz Philip servieren durfte. Neben einer Suppe gab es für die Gäste bei Minkes auch den Blick in die Wurstküche. Ganz in der Nähe, im Kloster zum Heiligen Kreuz, hatte es früher eine Landfrauenschule gegeben, vom ehemaligen Gebäude zeugt heute noch der Kapellen-Dachreiter im Park. In Huesmanns Saal durften sich die Teilnehmer über ein westfälisches Schnitzel freuen, Desserts wurden auf der Terrasse des Cafés Reeken serviert.

Von der einst gegenüberliegenden Freckenhorster Molkerei ist heute nichts mehr zu sehen. „Sie wurde 1908 gegründet, war zwischenzeitlich die größte Westfalens, verfügte über eine eigene Käserei und verkaufte Süßrahmbutter bis nach Wuppertal“, erzählte Friedel Rose. „In den Anfangsjahren hat man die Milch in Kannen mit der Bahn nach Bochum bringen lassen“, so der Heimatfreund. Ungekühlt selbstverständlich. „Bei falschem Wetter war sie sauer, wenn sie angekommen ist.“

Der Rundgang auf den Spuren der Wirtschaftsgeschichte endete wieder im Stiftshof, wo es als Absacker schwarzen Wacholder aus dem Zinnlöffel gab. Und natürlich weitere Gespräche. Den Wunsch, mit dem Rundgang ein Fenster in die Vergangenheit der Stiftsstadt zu öffnen, hatte Friedel Rose problemlos erfüllt.

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