Aufzug würde 250.000 Euro kosten
Bild: Edelkötter
Der Eingangsbereich zur Stadtverwaltung an der Langen Kesselstraße soll neu gestaltet werden. Auch wenn dies barrierefrei geschehen sollte, wären die Obergeschosse des Altbaus für Menschen mit Behinderungen nicht zu erreichen.
Bild: Edelkötter

Das Ratsmitglied von Bündnis 90 / Die Grünen, beruflich in der Behindertenarbeit tätig und mit den Sorgen und Nöten Behinderter bestens vertraut, kann es nicht akzeptieren, wenn Menschen mit Handicap im alltäglichen Leben benachteiligt werden. Der Eingangsbereich der Stadtverwaltung von der Langen Kesselstraße aus soll in diesem Jahr neu gestaltet werden („Die Glocke“ berichtete“). Nachdem der zuständige Planungsausschuss dafür zunächst eine reine Treppenlösung beschlossen hatte, brachte Lensing-Holtkamp mit einer Anfrage im Rat den Stein noch einmal ins Rollen.

Der Beschluss wurde dahingehend geändert, dass eine Erweiterung der Treppenanlage um eine Hebebühne für Rollstuhlfahrer ermöglicht werden solle. Im Verlaufe der Diskussion während der Sitzung des Sozialausschusses wurde deutlich, dass Teile des Verwaltungstrakts auch mit Hebebühne an der Außentreppe für behinderte Besucher unerreichbar bleiben würden. Grund: Im Altbau befindet sich kein Aufzug; in die Obergeschosse (Ordnungs-, Sport- und Schulamt) geht es nur über Treppen. Für die skizzierte „große Lösung“ sei eine komplett neue Aufzuganlage, die an der Nordseite des Altbaus gebaut werden könne, nötig.

Aber: Auflagen des Denkmal- und Brandschutzes machen ein solches Vorhaben teuer. Kostenpunkt: geschätzte 250 000 Euro. Ein Betrag, den der Haushalt der finanziell nicht gerade auf Rosen gebetteten Stadt Warendorf derzeit nicht herzugeben scheint, denn kein Ausschussmitglied unternahm den Versuch, einen entsprechenden Antrag zu formulieren beziehungsweise eine entsprechende Forderung zu stellen. Auch nicht Manfred Lensing-Holtkamp, der allerdings klar zu verstehen gab, dass das Thema „Barrierefreiheit“ in der Stadt künftig eine viel größere Bedeutung spielen solle. Er verwies auf eine Konvention der Vereinten Nationen (UN), nach der Menschen mit Behinderungen grundsätzlich das gleiche Wahlrecht eingeräumt werden müsse. Im Falle eines Verwaltungsbesuchs bliebe jedoch nur die Wahl, das Gebäude über den Hintereingang (Münsterwall) zu betreten.

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