Aus Gaststätte werden Wohnungen
Bild: Wild

Die Traditions-Gaststätte „Thomas-Middendorf“ an der Lüningerstraße ist Geschichte. Nach den Sonderöffnungszeiten zu Karneval, an denen „Festwirt“ Hans Strotmann (r.) die lange gastronomische Tradition noch einmal aufleben ließ, ist nun endgültig Schluss. Jetzt wurde der Schlüssel umgedreht.

Bild: Wild

Zum Jahreswechsel hat der Warendorfer das Objekt von der Familie Middendorf erworben. Kurz zuvor hatte eine Begehung mit ihm sowie dem Denkmalamt stattgefunden. Ergebnis: Das Haus ist seit dem 21. Dezember ein Denkmal. Besonders die Fachwerk-Konstruktion sei für schutzwürdig erachtet worden, erläutert Moritz Wild vom Team Denkmalpflege der Stadtverwaltung. Denn die Gebäude Lüningerstraße 12 und 14 seien um 1670 – nach dem Stadtbrand von 1669 – errichtet worden. Die Konstruktion gebe Aufschluss über die technischen Kenntnisse dieser Zeit. „Die historische Fachwerk-Konstruktion ist gut erhalten“, sagt Wild.

Bei gewünschten Umbauten müssten die Denkmalpfleger nun prüfen, ob Belange des Denkmalschutzes den Plänen entgegenstünden. Ein Bauantrag sei bislang nicht eingegangen, informiert Jens Rehwinkel vom Bauamt.

Die jetzige Klinker-Verkleidung stammt laut Wild aus den 1980er-Jahren. „Die sehe ich nicht als Bestandteil des Denkmalschutzes, aber sie schützt die historische Substanz vor der Witterung.“

Das Haus war seit den 1950er-Jahren Gaststätte. Inhaber Hubert Middendorf führte sie zuletzt bis zu seinem Tod im Oktober 2014. In den Jahren danach öffneten die Erben mit einer Sondergenehmigung zu Karneval. Bei vielen Warendorfern gehörte an den närrischen Tagen ein Besuch bei „Thomas-Middendorf“ dazu. Auch in diesem Jahr konnten Jecken bei Middendorf feiern. Der neue Eigentümer hatte Festwirt Hans Strotmann engagiert.

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