Bau eines Wohnheims bleibt umstritten
Bild: A. Edelkötter
Auf der Grünfläche am Eingang zum Wohngebiet „An der Tönneburg“ (Dr.-Hans-Kluck-Straße) soll ein Wohnheim mit 24 Plätzen für Menschen mit psychischer Erkrankung entstehen.
Bild: A. Edelkötter

Dort hatten sich kurz darauf die Mitglieder des Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschusses mit dem geplanten Bau eines Wohnheims für psychisch Kranke im Warendorfer Norden zu befassen. Mit neun Ja-Stimmen aus den Reihen von CDU, SPD und FDP bei zwei Nein-Stimmen (FWG) und vier Enthaltungen wurde der Weg für das von der St.-Vincenz-Gesellschaft Ahlen geplante Wohnprojekt in einem ersten Schritt geebnet. Der Fachausschuss fasste damit den Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans für das Gebiet „An der Tönneburg“. Auf der Freifläche an der Einfahrt zu dem Wohngebiet, die ursprünglich für die Errichtung eines Kindergartens vorgesehen war, für den inzwischen jedoch kein Bedarf mehr besteht, soll nun ein Wohnheim mit 24 Plätzen für erwachsene Menschen mit psychischer Erkrankung entstehen.

Im Rahmen einer Bürgerversammlung am 14. Januar („Die Glocke“ berichtete) waren die Anwohner über das Vorhaben unterrichtet worden. Damals wie auch in der Sitzung des Planungsausschusses am Donnerstag äußerten die Anlieger Kritik an den Ausmaßen der geplanten Gebäude. Auf dem 2000 Quadratmeter großen Areal sind zwei Wohnkomplexe in Würfelform sowie ein Verbindungsgebäude vorgesehen. Die Planer haben bislang zwei Grobentwürfe für das Objekt vorgestellt: Eine Variante sieht einen drei- und einen zweigeschossigen Bau vor; die zweite zwei zweigeschossige Wohngebäude mit einem dann allerdings vergrößerten Verbindungstrakt.

Zu Beginn der Debatte um das geplante Wohnheim für Menschen mit psychischer Erkrankung fasste Klaus Artmann (SPD-Fraktion, Stellvertretender Bürgermeister) den Sachstand zusammen. Ihm sei in Gesprächen mit den Anliegern deutlich geworden, so Artmann, dass man dort nicht grundsätzlich gegen eine solche Einrichtung sei. Die Nachbarn, die selbst nicht einen Zentimeter von den Vorgaben des Bebauungsplans hätten abweichen dürfen, wünschten sich dezentere Gebäude. Dass die dreigeschossige Variante für einen der beiden Wohntrakte überhaupt noch in der Diskussion sei, konnten weder Artmann noch Andrea Blacha (CDU) und Anita Stakenkötter (FDP) nachvollziehen. Sprecher aller im Ausschuss vertretenen Fraktionen machten deutlich, dass sie die Einrichtung für sinnvoll und notwendig erachten. „Die betroffenen Menschen gehören nicht an den Rand der Gesellschaft“, verteidigte Artmann die vorgesehene Nähe zu einem gewachsenen Wohngebiet.

André Wenning (FWG) vertrat die Auffassung, dass es innerhalb der Stadt Warendorf geeignetere Standorte für ein solches Wohnprojekt gebe und Alternativen nicht ausreichend geprüft worden seien. Viele der künftigen Bewohner des Heims würden in den Freckenhorster Werkstätten arbeiten. Aufgrund der räumlichen Distanz zu Freckenhorst sei der Warendorfer Norden kein geeigneter Standort, begründete Wenning die ablehnende Haltung der FWG. Auch Daniel Kebschull (Grüne) konnte es sich nicht vorstellen, dass die vorgesehene Fläche an der Dr.-Hans-Kluck-Straße „das einzige geeignete Grundstück“ in Warendorf für den Wohnheimbau sein solle. Anwohner forderten in ihren Wortbeiträgen ein Abrücken vom Errichten massiver Baukörper und forderten architektonisch ansprechende Lösungen sowie dem Baugebiet angemessene Gebäude. Eine andere Stimme wurde da schon deutlicher. „Mit dem umliegenden Wohngebiet ist das Vorhaben nicht in Einklang zu bringen. Die Stadt ist verpflichtet, nach einem anderen Standort zu suchen.“

Mit dem Aufstellungsbeschluss vom Donnerstag hat das Wohnheimprojekt der St.-Vincenz-Gesellschaft eine erste Hürde genommen. Bis zur Erteilung einer Baugenehmigung ist es noch ein weiter Weg. „Bei der endgültigen Gestaltung der Häuser haben wir bestimmt noch Spielraum“, betonte Klaus Artmann.

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