Baugebiet keine Klimaschutzsiedlung mehr
Bild: Kleigrewe
Arbeiten jetzt bei der Vermarktung des Baugebiets auf dem Gelände der ehemaligen Freckenhorster Hauptschule zusammen: (v. l.) Stadt-Justiziar Dr. Bernd Köster, Achim Friedrich und Tobias Weber von der Immobilien GmbH der Sparkasse Münsterland Ost und Baudirektor Peter Pesch.
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„Es handelt sich dort um ein hochwertiges, zentrales Baugebiet“, betonte Baudirektor Peter Pesch im Rahmen eines Pressegesprächs. Warum die Stadt als Eigentümer des Großteils der Grundstücke trotzdem bisher nur zwei Käufer dafür begeistern konnte, dort zu bauen, wollte Pesch gestern nicht konkret benennen. Nur soviel: „Es ranken sich viele Gerüchte und falsche Annahmen rund um dieses Gebiet“, räumte er ein.

Und mit denen wollen Stadt und der neue Vermarkter, die Immobilien GmbH der Sparkasse Münsterland Ost,  jetzt aufräumen. Bei einer Informationsveranstaltung am Dienstag, 25. Oktober, ab 19 Uhr im Stiftshof Dühlmann soll „einiges richtiggestellt und vieles vorgestellt werden“, so der Baudirektor.

Die vielleicht wichtigste Nachricht: Das Baugebiet „An der Hauptschule“ wird nicht mehr als Klimaschutzsiedlung firmieren. Das liege daran, dass der Verkaufsrahmen neu gesteckt worden sei, erläuterte Pesch. So werde man unter anderem im Kaufvertrag auf die Klausel verzichten, dass zwingend ein Drei-Liter-Haus gebaut werden müsse. „Mit der neuen Energiesparverordnung EnEV 2016 sind wir ohnehin ganz nah an den energetischen Anforderungen eines Drei-Liter-Hauses dran“, begründete der Baudirektor diesen Schritt. Der Energiestandard der Häuser im neuen Baugebiet werde also auch ohne die Klausel hoch sein, die Bauherren hätten aber mehr Wahlmöglichkeiten. Da es aber Bedingung für die Anerkennung als Klimaschutzsiedlung ist, dass ausschließlich Drei-Liter-Häuser beziehungsweise Passivhäuser gebaut werden, wird die Freckenhorster Siedlung dieses Qualitätssiegel nicht mehr erreichen können.

Dass es damit die für eine Klimaschutzsiedlung avisierten staatlichen Förderungen ebenfalls nicht mehr gebe, sei nicht gravierend, beruhigte Achim Friedrich, der Geschäftsführer der Immobilien GmbH der Sparkasse Münsterland Ost. Diese Fördertöpfe seien ohnehin klein gewesen und es gebe ausreichend andere Förderprogramme, die von den Bauinteressierten genutzt werden könnten.

„Wir haben langjährige Erfahrungen und wissen, was die Kunden möchten“, brachte es Achim Friedrich auf den Punkt. Mit diesen Kompetenzen wollen die Immobilienfachleute der Sparkasse ab sofort dafür Sorge tragen, dass sich das neue Baugebiet in Freckenhorst mit Leben füllt. Damit könne sich die Verwaltung, die die erste Runde der Vermarktung durchgeführt hatte, nun wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, freute sich Baudirektor Peter Pesch.

Doch zuvor hatten sich Stadt und Sparkasse darauf geeinigt, „einige Dinge zu modifizieren“, so Friedrich, um die Grundstücke besser auf den Markt bringen zu können. Bestehen bleibt der Festpreis von 175 Euro pro Quadratmeter. Auch den Nachlass auf den Kaufpreis von 2,50 Euro pro Quadratmeter je Kind wird es weiter geben. „Wir möchten weiterhin vor allem Familien mit Kinder die Möglichkeit geben, ihr eigenes Haus zu bauen“, betonte Pesch. Doch prinzipiell sei das Baugebiet offen für Interessenten jeden Alters, die die Häuser selbst nutzen oder als Kapitalanlage bauen wollten, erläuterte Immobilienwirt Tobias Weber, der die Vermarktung des Baugebiets leitet. „Die Rahmenbedingungen sind nun so gesteckt, dass die Nachfrage befriedigt werden kann“, sagte er auch mit Blick auf die viel diskutierte „Baufibel“, die von vielen als Zwangsjacke wahrgenommen worden sei. Eines der vielen Gerüchte, die sich um das neue Baugebiet gerankt hätten, stellte Stadt-Justiziar Dr. Bernd Köster klar. Die Fibel habe Empfehlungen enthalten, nicht ausschließlich unverrückbare Bestimmungen.

Insgesamt 18 Grundstücke, die sich im Besitz der Stadt befinden, stehen im Baugebiet zwischen Westkirchener Straße und Am Wörden noch für Bauwillige zur Verfügung. Sie haben eine Größe von 245 bis 540 Quadratmeter, wobei andere Grundstückszuschnitte im Rahmen des Bebauungsplans durchaus möglich seien, erklärte Baudirektor Peter Pesch. Genutzt werden können sie für die Errichtung von Einfamilien- und Doppelhäusern ebenso wie für Reihen- und Mehrfamilienhäuser. Bei der Informationsveranstaltung am Dienstag, 25. Oktober, ab 19 Uhr im Stiftshof werde man nicht nur über die Baumöglichkeiten in diesem Gebiet berichten, sondern auch ein Beispielhaus, das dort errichtet werden könnte, präsentieren, kündigte Tobias Weber an. Acht weitere Grundstücke dort bietet die Pfarrgemeinde St. Bonifatius und St. Lambertus als Erbpachtgrundstücke an.

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