Bea Hoffmann „Annemarie“ - aber mit Prinz?
Foto: von Stockum
Die neue Annemarie an der Seite kommender Karnevalsprinzen in Warendorf heißt Bea Hoffmann, hier mit Hermann-Josef Schulze-Zumloh (l.) und Martell Rügge.
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Sie ist das einzige weibliche Mitglied der Prinzengarde der Warendorfer Karnevalsgesellschaft (WaKaGe): die Annemarie. Die junge Dame ist stete Begleiterin des amtierenden Narrenoberhaupts in der Emsstadt, das ohne sie zweifelsohne nur halb so schillernd wäre. Nun hat ein Wechsel stattgefunden. Nach fünf Jahren im Amt hat Christin Wowerus ihre Gerte an Bea Hoffmann weitergereicht.

Der Abschied von Christin Wowerus, geborene Allendorf, war in der jüngsten Session tränenreich. An diesem Freitag wird während der Jahreshauptversammlung der Karnevalsgesellschaft die Nachfolge bekanntgegeben. Der Kommandeur der Prinzengarde, Martell Rügge, präsentiert mit Bea Hoffmann eine würdige Nachfolgerin.

In der WaKaGe fest verwurzelt

Wie ihre Vorgängerin ist auch Bea Hoffmann dem Karneval in Warendorf seit langer Zeit eng verbunden und in den Reihen der WaKaGe fest verwurzelt. Mit neun Jahren begann sie, bei den Flöckchen zu tanzen, ehe sie in das Große Ballett der Karnevalsgesellschaft wechselte. Seit 2014 trainiert sie mit viel Herzblut die Hüpfer. Diese Funktion, sagt sie, werde sie weiterhin ausüben.

Die 30-jährige gebürtige Warendorferin unterrichtet als Lehrerin an einer Gesamtschule im Kreis Borken und kommt aus einer durch und durch karnevalsbegeisterten Familie. Gemeinsam mit ihrem Partner Felix Schüßeler wohnt sie in Münster.

Präsident hat hier nichts zu sagen

Es ist stets am Kommandeur der Prinzengarde, eine neue Annemarie zu benennen – der Präsident der Karnevalsgesellschaft hat kein Mitspracherecht. Das ist Hermann-Josef Schulze-Zumloh allerdings auch ganz lieb so, schließlich hätten Martell Rügge und seine Vorgänger immer die richtige Entscheidung getroffen.

Der Plan war bereits vor zehn Jahren während eines närrischen Kneipenbummels in der Beckumer Innenstadt gereift. Im Gespräch mit Rügge ließ Tänzerin Bea Hoffmann durchblicken, dass es ein großer Traum von ihr sei, als Annemarie die Prinzen durch die Session zu begleiten.

Prinzenproklamation nur virtuell?

Ob die neue „Annemarie“ auch einen neuen Prinzen durch ihre erste die Session begleiten wird, ist auch nach der Mitgliederversammlung der WaKaGe von Freitagabend unklar. Die Session soll am Elften Elften zwar eröffnet werden, indem der amtierende Prinz Frank I. (Hülsbusch), „das Sangesoriginal vom Josephs-Hospital“, sein Zepter „Moritz“ wieder aufnimmt. Ein Auftaktfest bei Allendorf wird es aber nicht geben.

In welcher Form eine Prinzenproklamation im Januar stattfindet, blieb bei der Jahreshauptversammlung der Jecken unklar – unter Umständen sogar digital im Livestream. Für Präsident Hermann-Josef Schulze-Zumloh ist eine solche virtuelle Proklamation   unter den gegebenen Umständen„durchaus „eine Möglichkeit, den Karneval in Warendorf darzustellen“, wie er der „Glocke“ sagte.

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