Betroffene verärgert über B64n-Broschüre
Bild: Straßen NRW
So nicht, sagen unter anderem die im Warendorfer Westbezirk von der B64n-Trassierung betroffenen Bewohner der Hofstellen Wittkamp und Petermann sowie Schulte zur B64n-Planung. In dieser Animation, die die Planungsbehörde "Straßen NRW" veröfentlicht hat, wird deutlich, wie die Südumgehung durch die Landschaft führen soll. 
Bild: Straßen NRW

Die Familien Petermann, Wittlkamp und Schulte, deren Höfe unmittelbar auf oder an der geplanten dreispurigen Fernstraßentrasse liegen, sind „maßlos enttäuscht und verärgert über den Umgang mit uns“, wie sie in einem Schreiben an die „Glocke“ betonen.

Trotz Corona Grundstücke betreten

Aus ihrer Sicht nutzt Straßen NRW die Corona-Krise „schamlos aus“, indem die Amphibien-Kartierung durch einen beauftragten Biologen („Die Glocke“ berichtete) „entgegen der auferlegten Regeln und Verhaltensanordnungen“ weitergeführt werde. „Und warum klingelt der gute Herr eigentlich bei uns? Uns wurde weder eine Anfrage zur Begehung der Flächen zugesandt noch eine Duldungsverfügung zugeschickt. Auch im veröffentlichten Amtsblatt sind unsere Flächen nicht aufgeführt“, betonen Reinhard Petermann, Michael Schulte und Markus Wittkamp gegenüber der „Glocke“.

Da zeige sich „einmal mehr das Unvermögen der Behörde Straßen NRW sehr deutlich, denn auch die Planungen einer solchen Maßnahme sind dilettantisch“. Solange nicht fristgerecht etwas Schriftliches vorgelegt werde, „sind wir nicht willens, dass der beauftragte Biologe unsere Flächen betritt“. Käme er dennoch, „werden wir uns vorbehalten, entsprechende Rechtsmittel einzusetzen“.

Broschüre huldigt „Heilsbringer“ B64n

Die „4zu1“-Broschüre, in der die B 64n „als Heilsbringer“ gefeiert werde, hat auf den drei betroffenen Höfen das Fass überlaufen lassen: „Wir, die den Grund und Boden besitzen, der hier frei für diese völlig überdimensionierte Straße verplant wird, sollen uns über den Infostand freuen und die vorgegaukelte Begeisterung mittragen?“

Den Bürgern werde „mit blumigen Zahlen“ etwas vorgegaukelt, negative Auswirkungen und die Anliegen der Betroffenen ignoriert. Der Landesbetrieb feiere mit „Scheinheiligkeit“ die vermeintlichen Erfolge seiner Informationskampagne, obwohl bei den vom angeheuerten Kommunikationsbüro „Dialogbasis“ moderierten Veranstaltungen für alle offensichtlich geworden sei, dass die B64n „umstrittener denn je ist“.

Widerstand ist „gut organisiert“

Ernsthafte Bürgerbeteiligung müsse anders aussehen. Die in den Bürgerinitiativen IWS und BVW organisierten Gegner der Straße würden weiterhin gegen das Projekt kämpfen: „Halten Sie uns nicht für dumm, wir sind organisiert, und das sehr gut.“

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