Betroffene werfen DRK Vertuschung vor
Bild: dpa
Hat es in Notunterkünften (Symbolbild) der Stadt Warendorf sexuelle Kontakte zwischen Betreuern und Flüchtlingen gegeben und wurde die DRK-Führung darüber informiert, ohne Konsequenzen zu ziehen? Betroffene erheben schwere Vorwürfe, das DRK will in Kürze eine Stellungnahme dazu abgeben.
Bild: dpa

Ein Mann und eine Frau, die selbst mit Beschuldigten liiert sind, bestätigen schriftlich gegenüber der „Glocke“ und dem DRK-Geschäftsführer Jens Peters die Angaben eines bislang anonymen Beschwerdeführers, der mit seiner E-Mail am Dienstag die Vorwürfe öffentlich gemacht hatte.

Demnach soll sich eine in den Schreiben namentlich genannte DRK-Mitarbeiterin nicht nur mit einem ebenfalls in der Flüchtlingshilfe angestellten Kollegen, sondern auch mit mehreren Flüchtlingen eingelassen haben. Darauf seien sowohl der Geschäftsführer des DRK als auch der Leiter der Notunterkünfte und damit direkte Dienstvorgesetzte der beschuldigten Personen mehrfach und bereits seit Monaten hingewiesen worden.

Dass Peters in einer Stellungnahme gegenüber der „Glocke“ den Ehemann einer Mitarbeiterin als Urheber des anonymen Schreibens vom Dienstag vermutete, hat diesen derart geärgert, dass er jetzt auspackte und „Ross und Reiter“ nannte. Er habe sich mehrfach mit korrekter Identität über die Zustände in den Notunterkünften bei den Verantwortlichen beschwert und habe es nicht nötig, anonyme Briefe zu schreiben.

Die Äußerungen von Peters seien „ein schäbiger Versuch des DRK, Wahrheiten und Ungereimtheiten in der DRK-Flüchtlingshilfe zu vertuschen und geschehene Vorfälle nach außen abzuschirmen“. Aus seiner Sicht sind die genannten „Aktivitäten von einigen Flüchtlingshelfern kein offenes Geheimnis mehr und stoßen bei vielen korrekt arbeitenden Mitarbeitern nachweislich auf Widerstand“.

Ins gleiche Horn stößt die Frau eines DRK-Mitarbeiters: „Das DRK versucht diese Tatsachen zu verheimlichen und unter den Tisch zu kehren.“

Der DRK-Ortsverein ist von der Stadt Warendorf mit der Betriebsführung der Notunterkünfte, die von der Bezirksregierung Münster eingerichtet wurden, beauftragt worden. Peters und DRK-Vorsitzender Hubert Lehmkühler hatten in einer Stellungnahme am Dienstag die Vorwürfe als haltlos bezeichnet und ihren Mitarbeitern „die erforderliche professionelle Distanz“ bescheinigt.

Die am Donnerstag erhobenen neuen Vorwürfe wollte Peters erst kommentieren, wenn er mit allen Beteiligten intensiv gesprochen habe. Er kündigte eine Stellungnahme für die nächsten Tage an.

SOCIAL BOOKMARKS