Bewährungsstrafe nach Vergewaltigung
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Im Frühjahr hatte ein 45-jähriger Warendorfer seine Noch-Ehefrau vergewaltigt und verletzt. Nun wurde das Urteil gegen ihn gesprochen.
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Ihm wurde vorgeworfen, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau im Frühjahr diesen Jahres in getrennten Handlungen sexuell genötigt, vergewaltigt und verletzt sowie das Handy der Frau vollständig zerstört zu haben.

Ehefrau sexuell genötigt

In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Münster wurde der Schweißer beschuldigt, seine Ehefrau am 4. Mai sexuell genötigt zu haben. Man habe sich abends getroffen, um sich nochmals auszusprechen, dies sollte im Pkw des Mannes geschehen. Der Mann sei dann losgefahren und habe auf einem Parkplatz bei Everswinkel gehalten. Überfallartig habe er den Arm seiner Frau gepackt und sie sexuell genötigt.

Warendorfer zeigt sich geständig

Eine Woche später wollte sich die Geschädigte Schuhe aus der noch gemeinsamen Wohnung holen, als sie im Flur von ihrem Mann gepackt, ins Schlafzimmer geschleift und dort vergewaltigt wurde. Danach holte er ihr Handy aus der Tasche und sah darin Kontakte zu einem anderen Mann. Rasend vor Wut habe er seiner Frau einen Faustschlag verpasst und das Handy demoliert.

Der Verteidiger des Mannes erklärte im Namen seines Mandanten, dass dieser vollumfänglich geständig sei und ihm das Geschehen unendlich leid tue. Das Gericht hörte daraufhin noch die 43-jährige Krankenschwester, die auf Grund des Geständnisses ihres Noch-Ehemannes zu den Tathandlungen keine Aussage mehr machen musste. Unter Weinen sagte sie aus, dass der 12. Mai der schlimmste Tag ihres Lebens gewesen sei, „von einem Mann, der einmal die Liebe meines Lebens war, so gedemütigt zu werden“.

Beratung nach Alkoholkonsum

In seinem Plädoyer rechnete der Staatsanwalt dem Angeklagten dessen Geständnis hoch an, weil dem Opfer dadurch vor Gericht das nochmalige Durchleben der Taten erspart bliebe. „Nur so ist eine Strafe auf Bewährung noch möglich.“ Seinem Antrag folgte auch die Nebenklage: „Meine Mandantin will das Leben ihres Noch-Ehemannes nicht zerstören. Sie will keine Rache.“ Auch der Verteidiger schloss sich den Anträgen an, denen das Gericht schließlich folgte. Zusätzlich muss sich der Mann bezüglich seines Alkoholkonsums einer Beratung unterziehen.

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