Bewegung ist auch in den Ferien laut
Bild: Bussieweke
So kann das nicht weitergehen: (v. l.) Die siebenjährige Nele, der vierjährige Noah und ihre Großmutter Monika Buddenkotte machen sich bei der „Fridays for Future“-Mahnwache stark für das Klima.
Bild: Bussieweke

Und strafen damit all jene Lügen, die sie für „bloße Schulschwänzer“ halten. Im Mittelpunkt der Mahnwache steht an diesem Freitagnachmittag der steigende Meeresspiegel.

Dafür greifen die Aktivisten auch mal zu drastischen Mitteln. Wie zu einem Plüsch-Eisbärkopf, den sie in ihrer Mitte drapiert haben. Daneben liegen etwa Tauchringe und Schnorchel. „Die Utensilien, die wir brauchen, wenn der Meeresspiegel steigt“, erklärt der 17-jährige Aktivist Daniel Thiel.

Meeresspiegel könnte über dem Kopf stehen

Passend dazu steht neben ihm Oliver Dellori, 18, und hält ein Schild hoch über seinen Kopf. Die Aufschrift: „Hier könnte Ihr Meeresspiegel stehen.“

Ob die Mahnwache jetzt, wo viele der Lokalpolitiker im Urlaub sind, an Effektivität einbüßt? Das glaubt Daniel Thiel nicht. „Die Politiker wissen schon, dass wir hier sind. Und uns geht es auch darum, die Menschen anzusprechen, die über den Marktplatz gehen“, sagt er.

„Ich wollte kein Lebewesen essen“

So wie Ingrid Heitkamm, die heute allein gekommen ist. „Für mich selbst ist die Gefahr des Klimawandels nicht mehr akut. Ich bin für meine Enkel hier“, bekräftigt sie. Mit ihrer Anwesenheit wolle sie ein Zeichen für den Kampf gegen den Klimawandel setzen.

Darin sind sich auch Maja Kiskemper, 17, und Nina Hartmann, 20, einig. „Seit 2013 bin ich Vegetarierin aus Überzeugung“, sagt Hartmann. Lange, bevor die „Fridays for Future“-Bewegung ins Rollen kam. „Ich wollte kein Lebewesen essen.“

Mit ihrem Aktivismus hat sie gleich ihre Familie angesteckt. Wie ihren Vater, der kurz nach ihr auf Fleisch verzichtete. Es sei toll, wenn der Einsatz darüber hinausgehe, „bloß“ auf Fleisch zu verzichten. „Ich benutze zum Beispiel nur noch festes, umweltfreundliches Shampoo“, betont Hartmann.

Engagement hat starke Signalwirkung

Dass all das Engagement eine starke Signalwirkung hat, wissen die Aktivisten. Dass die Reaktionen darauf nicht ausreichen, auch. Wie jüngst die Ausrufung des Klimanotstands in Warendorf, die durch Gegenstimmen von CDU und FDP gescheitert ist.

Doch die jungen Menschen kämpfen weiter. Sie bleiben rebellisch, und laut. Passend dazu ruft Daniel Thiele ins Megafon: „Ob Ost, ob West, nieder mit der Kohlepest.“

Einen ausführlichen Bericht zu der Mahnwache lesen Sie in der Samstagsausgabe der „Glocke“.

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