Blumenteppich trotz der Corona-Krise
Haben der Hitze getrotzt und den Blumenteppich am Dienstagvormittag vor der Marienkirche gestaltet: (v. l.) Ina Brunemann-Keuter, Reinhild Schulze Roberg, Agnes Ossege, Christina Hartmann, Petra Aundrup und Gabi Berheide.

Der Blumenteppich vor der Marienkirche zum Thema „Bewahrung der Schöpfung“ nimmt am Dienstagmorgen rasch Gestalt an. Es ist ein bewährtes Team aus einem halben Dutzend Frauen, das sich in der Hitze des Hochsommers abrackert. Die Bäume vor der Kirche spenden immerhin etwas Schatten. Getränke stehen stets griffbereit, wenn sich die sechs Frauen buchstäblich in ihre Arbeit hineinknien.

In diesem Jahr lohnt sich die Mühe ganz besonders: Der Blumenteppich, der sonst immer nur zur Stadtprozession erstellt wird, liegt in diesem Jahr fast eine ganze Woche vor der Marien-Kirche, wie Pastoralreferentin Stephanie Schnucklake erläutert. Er gehöre wie das Kräuterhochbeet vor der Laurentius-Kirche zu den „traditionellen Außeninstallationen“ der Pfarrgemeinde in der Mariä-Himmelfahrt-Festwoche. Die wird in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ohne Großveranstaltungen (und somit auch ohne die Prozession), rein kirchlich und folglich ganz anders begangen als sonst in Warendorf üblich.

„Anfangs herrschte noch etwas Unsicherheit, ob wir wirklich den Teppich wieder legen dürfen, oder ob es zur Vermeidung von Menschenansammlungen besser wäre, darauf zu verzichten“, sagt Ina Bruneman-Keuter. Letztlich entschied sich die Pfarrei St. Laurentius, einzelne Aktionen zum Hochfest Mariä Himmelfahrt über eine Woche zu verteilen, um die Besucherströme zu entzerren.

Damit gab es auch grünes Licht für den Blumenteppich, der seit vielen Jahrzehnten mit wechselnden Motiven zu Ehren der Gottesmutter gefertigt wird. Schließlich bleibe auch „ohne die Äußerlichkeiten“ der religiöse Kern von Mariä Himmelfahrt erhalten und solle gefeiert werden, betont Pastoralreferentin Schnucklake. Über die traditionelle Marien-Verehrung hinaus wird der Teppich somit in Corona-Zeiten für die Pfarrgemeinde zu einem wichtigen Symbol „Die Menschen sollen wahrnehmen: Das Fest findet statt“, erläutert Schnucklake.

Damit der Teppich eine Woche lang ansehnlich bleibt, haben die Frauen in diesem Jahr einige alternative Arbeitsmaterialien benutzt. „Gerade bei den hochsommerlichen Temperaturen müssen wir schauen, welche Blumen wir verwenden können. Einiges wird auch durch Farn, Blätter oder Erde ersetzt“, sagt Reinhild Schulze Roberg.

Mit dem Schutz von Umwelt und Natur wird das Thema aufgegriffen, über das in Politik und Gesellschaft vor dem Corona-Ausbruch am meisten gesprochen wurde. Der Blumenteppich symbolisiert die Erdkugel und zeigt einen Ausschnitt der globalen Landkarte. Die Lage von Warendorf im Herzen Europas ist markiert. Der Betrachter wird aufgefordert, sich mit der Bewahrung der Schöpfung auseinanderzusetzen.

Zudem sind die unter Verwendung von Beluga-Linsen geschriebenen Worte „Oh Maria hilf“ zu lesen. „Damit soll nicht gemeint sein, dass wir uns nur auf Gebete verlassen, wenn es um die Beschützung unserer Erde geht“, hebt Brunemann-Keuter hervor „Vielmehr soll dieser bekannte Ausruf daran erinnern, dass schon die Mutter Jesu auf dieser Erde gelebt hat und sie für die gläubigen Menschen Ermutigung und Kraft sein kann, um sich für die Bewahrung der Schöpfung über die ganze Erde hinweg einzusetzen.“

Um den Blumenteppich herum wird bis Sonntag ein Impuls-Weg führen. Im Einbahnstraßen-System werden die Besucher um die Installation herum geleitet. Sie können an neun Stationen innehalten, Texte oder Gebete lesen und sich auf diese Weise mit dem Thema beschäftigen.

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