Blutbuche gefällt, Stadt ermittelt
Bild: Poschmann
Der Säge zum Opfer gefallen: Die alte Blutbuche vor einem Neubau an der Ecke Brinkstraße  / Hugo-Spiegel-Straße.
Bild: Poschmann

Das jedenfalls ist der aktuelle Stand der Dinge bei der Stadtverwaltung. „Laut Baumschutzsatzung gibt es für die Blutbuche keine Ausnahmegenehmigung, die eine Fällung zulässt“, erklärt Dominik Starke vom Städtischen Baubetriebshof auf Anfrage der „Glocke“.

Die Baumschutzsatzung der Stadt schreibt die Voraussetzungen fest, unter denen private Grundstückseigentümer Bäume auf ihrem Grundstück fällen dürfen. Damit soll der für das Stadtbild und Stadtökologie wichtige ausgewachsene Baumbestand geschützt werden. Und demnach hätte der Baum an der Brinkstraße stehen bleiben müssen.

„Ich habe mir den Baum zuletzt im August angeschaut, damals war er belaubt“, sagt Starke. Und der Stammumfang sei mehr als ausreichend gewesen. Indizien dafür, dass mit der geschützten Buche alles in Ordnung war. Und auch im Bauantrag für den Neubau in dem Wohngebiet nordwestlich der Altstadt ist die Blutbuche nicht thematisiert. Sie ist lediglich im Lageplan eingezeichnet, eine mögliche Entfernung ist nicht beantragt.

Ist der stattliche Baum also ohne Erlaubnis gefällt worden? Starke: „Es gibt noch eine Möglichkeit, unter der das gegebenenfalls in Ordnung war: Und zwar, wenn Gefahr im Verzug war, etwa für die Verkehrssicherheit.“ Ob die Blutbuche tatsächlich aus Sicherheitsgründen zügig gefällt werden musste – nur in diesem Fall wäre eine Genehmigung hinfällig–, das will die Stadt jetzt herausfinden.

Auf Anfrage der  „Glocke“  äußerte sich der Bauherr, eine Warendorfer Grundstücks- und Wohnungsbau GmbH , am Montag nicht zu dem Vorfall.  Die Stadt wird sie in einem Brief nun um eine Stellungnahme bitte. Sollte der Baum ohne Gründe der Säge zum Opfer gefallen sein, ist das eine Ordnungswidrigkeit, wie Dominik Starke erklärt. Was die kosten wird, hängt von den Umständen ab. Starke: „Wir werden erst einmal neutral nachfragen.“

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