Bürgerbus schreibt Erfolgsgeschichte
Vor zehn Jahren lag im Winter noch Schnee – zumindest am Rosenmontag 2010, als der Hoetmarer Bürgerbus zu seiner ersten Fahrt startete.                 

Mit einem Zeitungsartikel, in dem Lambert Kortenjann die Idee geäußert hatte, doch einmal über Busverbindungen in die Nachbarorte nachzudenken, hatte alles vor etwa 19 Jahren begonnen. Einer der wenigen, die sich damals meldeten, war der jetzige Vorsitzende des Bürgerbusvereins, Paul Schwienhorst. Doch damals war die Zeit noch nicht reif und Mobilität auf dem Lande spielte noch keine Rolle in der Dorfentwicklung. Das Auto war Fortbewegungsmittel Nummer Eins, und der Klimaschutz stand noch hinten an.

Aber die beiden behielten ihre Idee im Auge und griffen sie 2008 erneut auf. Inzwischen gab es in Everswinkel die Verbundschule, und die Realschule in Sendenhorst wurde stark von Kindern aus Hoetmar nachgefragt. Auch das Oberzentrum Münster spielte eine immer größere Rolle für Beruf und Freizeit vieler Hoetmarer. Und so beschlossen die beiden, eine Infoveranstaltung zu organisieren. Mehr als 100 Hoetmarer fanden sich im damaligen Saal Gesse ein, und schon einen Monat später, im März 2009, fand die Gründung des Bürgerbusvereins Hoetmar statt.

Mehr als 30 Hoetmarer beteiligten sich in der Folgezeit aktiv an der Organisation und Verwirklichung des Fahrbetriebs. Mit Erfolg: Weihnachten 2009 stand der erste Bürgerbus für Hoetmar vor der Tür. Im Februar 2010 wurde er im alten Feuerwehrgerätehaus mit einem großen Fest eingeweiht. Und am Rosenmontag 2010 ging es los. Der erste Fahrer war damals Günter Keitemeier, erster Fahrgast Christian Venns, der inzwischen auch aktiver Fahrer ist.

Inzwischen fährt der Verein bereits mit dem zweiten Bus, der behindertengerecht gebaut ist und so den Gedanken der Inklusion mitträgt. Momentan ist es für die Verantwortlichen des Bürgerbusvereins die größte Herausforderung, genügend Fahrer zu finden. Sie würden sich freuen, wenn sich noch einige Ehrenamtliche melden würden. Ansprechpartner ist der Vorsitzende Paul Schwienhorst, Tel. 02585 / 1237.

Insgesamt hat der Hoetmarer Bürgerbus bisher etwa 73 000 Fahrgäste befördert. Im Jahr 2019 wurde mit 8345 Fahrgästen erstmalig die 8000-Grenze überschritten, und der Bus erfreut sich weiter großer Beliebtheit. So wurden im Januar 2020 mehr als 30 Fahrgäste pro Tag gezählt. Für einen Ort mit 2300 Einwohnern eine hohe Zahl. Die Fahrpreise sind in den zehn Jahren nicht verändert worden und betragen immer noch einen Euro von Hoetmar nach Everswinkel oder Sendenhorst und innerorts 50 Cent. Wer eine RVM-Abokarte für das Gebiet Warendorf / Münster oder darüber hinaus hat, kann den Bürgerbus kostenlos nutzen.

Auch der zweite Bürgerbus hat bereits wieder 165 000 Kilometer auf dem Tacho. Der erste Bus dient weiterhin als Ersatzbus für die vier Bürgerbusvereine im Kreis Warendorf und hat stolze 615 000 Kilometer zurückgelegt. Insgesamt hat der Bürgerbusverein in den vergangenen zehn Jahren 720 000 gefahrene Kilometer ohne große Unfälle gezählt.

Ein dickes Dankeschön gilt in diesem Zusammenhang den bislang etwa 20 ehemaligen Fahrern und zurzeit 40 aktiven ehrenamtlichen Fahrern. Ohne ihr umsichtiges Verhalten wäre dies nicht möglich gewesen. Aber ehrenamtliche Engagement funktioniert auch nicht ohne Sponsoren. Ohne ihre Unterstützung wäre diese Leistung für Hoetmar und seine Bürger nicht möglich gewesen, betonen die Verantwortlichen des Bürgerbusvereins. Deren besonderer Dank gilt auch dem Land NRW, das großzügig Landesmittel zugewiesen hat, dem Kreis Warendorf, der zugesagt hat, jährlich die Hälfte des Defizits abzudecken sowie die Kosten des Regionalverkehrs Münsterland zu tragen, der Stadt Warendorf für ihr jährliches finanzielles Engagement sowie dem Regionalverkehr Münsterland für die Unterstützung des Fahrbetriebes des Bürgerbusses.

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