Bürgermeister Jochen Walter verabschiedet
Bild: Gabi Wild
Der scheidende Bürgermeister Jochen Walter inmitten seiner aktuellen Auszubildenden der Stadtverwaltung Warendorf.
Bild: Gabi Wild

Seinen allerletzten Arbeitstag wird er am 20. Oktober haben und ihn am Abend mit einem eigenen Konzert im Theater am Wall abschließen. Motto: „Was ich noch zu sagen hätte.“ Viel wurde am Freitag bereits gesagt, und zwar ausschließlich Gutes. Das sei für ihn „überwältigend, bewegend und einfach schön“ gewesen, bilanzierte die Hauptperson.

200 Einladungen an Offizielle hatte es gegeben, weit mehr aber waren gekommen, und auch im Anschluss an die Feier nutzten zahlreiche „Normalbürger“ die Gelegenheit, sich persönlich zu verabschieden. Hingabe und Leidenschaft, Herz und Verstand, viel Kraft und Zeit investiert – das waren Vokabeln, die immer wieder fielen in diversen Reden.

Thormann: Sehr gute Jahre

Die offizielle Laudatio hielt Walters Stellvertreter in der Verwaltung, der Erste Beigeordnete Dr. Martin Thormann. Es wurde mehr als ein Dank für „sehr gute Jahre“. In fünf Schlaglichtern beleuchtete er das Wirken Walters. Sein Fazit: „Dieser Mann ist ein Bürgermeister einer Provinzstadt, aber er hat einen Horizont weit darüber hinaus.“ Er sei dankbar, dass er zehn Jahre mit jemandem habe arbeiten dürfen, der „ein solches intellektuelles Format hat. Das war angenehm und anregend.“

Stellvertretend für den Rat dankten ihm die ehrenamtlichen Stellvertretenden Bürgermeister. Doris Kaiser (CDU) bescheinigte Walter ein „hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Einsatzbereitschaft und Leidensfähigkeit“. Walter solle seine neue Freiheit im Ruhestand genießen und mit Blick auf die Lokalpolitik „Entzugserscheinungen ignorieren“. Dr. Erich Tertilt (SPD) resümierte, dass der von einer Bürgermeisterkoalition von SPD, Grünen, FDP und FWG 2004 erstmals nominierte Parteilose „den hohen Vertrauensvorschuss durch Spitzenwahlergebnisse und sehr gute, engagierte und zuverlässige Arbeit voll gerechtfertigt“ habe.

„Visionärer Nachlass“

In einem Dialoggespräch ließen die Gleichstellungsbeauftragte Ingeborg Pelster und Personalratsvorsitzender Michael Holzkamp die Zusammenarbeit mit dem Behördenchef Revue passieren, unterstrichen den Teamgeist innerhalb der Verwaltung und kamen zu einem Schluss: „Du warst ein guter Chef“, sagte Pelster rückblickend.

Als Vertreter der Bürgergesellschaft übernahmen Vertreter der Bundeswehr das Kommando: Der im Dezember scheidende Kommandeur Oberst Bernd Grygiel hielt ebenso eine Kurzlaudatio wie Reinhard Lerch als einer seiner Amtsvorgänger, der, wie Walter, 2004 das damalige Amt übernommen hatte. Er hatte seine Trompete mitgebracht und blies dem Posaunisten Walter ein feierliches „Amazing Grace“.

Walters selbst genoss die hohe Anerkennung und das vielstimmige Lob und gab  seinen Zuhörern und den künftig Verantwortlichen in der Kreisstadt in einem „visionären Nachlass“  drei politischen Thesen mit auf den Weg: Zuwanderung als Chance begreifen, gute Streitkultur pflegen und Respekt vor der Verantwortlichkeit des Rates zeigen sowie auf Basis des in elf Jahren sanierten Haushalts bei niedrigen Zinsen jetzt kräftig in die Infrastruktur investieren.

Ausführliche Berichte in der Warendorfer Ausgabe der „Glocke“ am 17. Oktober.

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