CDU will HoT auf den Prüfstand stellen
Archivfoto: Poschmann
Das Team im Haus der offenen Tür (HoT), Zwischen den Emsbrücken, leistet seit Jahrzehnten offene Kinder- und Jugendarbeit. Unser Archivbild zeigt die langjährige Mitarbeiterin Imke Falger (l.) mit Teilnehmern einer Ferien-Aktion namens „Gespensternacht“ im Juli 2015.
Archivfoto: Poschmann

Die CDU-Ratsfraktion jedenfalls hat einen Antrag gestellt, die bisherige Konzeption des HoT auf den Prüfstand zu stellen. Ihr  liege die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit in allen Ortsteilen am Herzen, heißt es in einer Pressemitteilung. Für eine der nächsten Sitzungen des Sozialausschusses hat die größte Ratsfraktion daher einen Sachstandsbericht der Stadtverwaltung über die aktuelle Situation des Kinder- und Jugendzentrums beantragt.

Mehr über Angebote und Resonanz erfahren

 „Uns ist es vor allem wichtig zu erfahren, welche konkreten Angebote im HoT gemacht werden, wie diese von Kindern und Jugendlichen angenommen werden und wie sich die Nutzerkreise entwickelt haben“, sagt CDU-Ratsherr Alfons Havelt. Ebenso will die Fraktion wissen, durch welche weitere Nutzergruppen beziehungsweise Dritte die Räumlichkeiten genutzt werden.

Auch wenn das HoT als Begegnungsort für die offene Jugendarbeit strategisch günstig im Stadtgebiet gelegen sei, habe die CDU-Ratsfraktion – ohne es gegenwärtig anhand konkreter Zahlen belegen zu können – „den Eindruck, dass es leider nur von einem eingeschränkten Nutzerkreis angenommen wird und dieser Zustand nicht allein auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen ist“.

Personelle Veränderung als Einschnitt

Hintergrund

Eine langjährige pädagogische Mitarbeiterin des HoT-Kinder- und Jugendzentrums hat das HoT zum 31. März verlassen. Damit ist das hauptamtliche Team halbiert. Zwar ist die offene Jugendarbeit zurzeit infolge der Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise ohnehin faktisch ausgesetzt, gleichwohl ist geplant, die freigewordene Stelle wieder zu besetzen. Wie eine „Glocke“-Anfrage im Bürgermeisterbüro ergab, ist die vakante Position im Stellenplan fest verankert. Laut David Graubner, neuer Pressesprecher der Stadtverwaltung, wird eine Neuausschreibung der Stelle vorbereitet. Dabei werde die bereits im Juni 2020 vom Sozialausschuss geforderte „Überprüfung der Konzeption“ des HoT zu berücksichtigen sein.
Da ohnehin eine personelle Veränderung beim HoT-Team anstehe, will die CDU „diesen Wechsel nutzen, um Überlegungen für eine konzeptionelle Weiterentwicklung des HoT anzustellen“, sagt die Stellvertretende Bürgermeisterin und CDU-Ratsfrau Doris Kaiser. Vor allem sei es der Fraktion ein Anliegen, die Attraktivität des HoT so „zu verbessern, dass zum einen die Nutzungsfrequenz durch Kinder und Jugendliche merklich ansteigt und zum anderen deutlich mehr junge Menschen aus Warendorf mit den zu entwickelnden Angeboten erreicht werden“. 

Grundsätzlich sei die Fraktion aber auch für Überlegungen offen, das Haus „zu einem Begegnungsort für alle Altersklassen weiterzuentwickeln und auf diese Weise die vorhandenen Räumlichkeiten im Herzen unserer Stadt optimal zu nutzen“. Auf diese Weise könne nicht nur die Kinder- und Jugend-, sondern zum Beispiel auch die Seniorenarbeit in Warendorf gestärkt werden. „Unser Wunsch ist es, dass sich die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Arbeitskreis HoT zeitnah auf den Weg macht, Überlegungen für eine konzeptionelle Weiterentwicklung des HoT anzustellen und die Ergebnisse dieses Prozesses in der zweiten Jahreshälfte vorgestellt werden“, sagt Alfons Havelt.

SOCIAL BOOKMARKS