Der Schuss, der alles verändert hat
Bild: Bussieweke
In Zivil erscheint Johanna Lehmkühler zum Gespräch mit der „Glocke“. Das Jahr als Schützenkönigin hat sie sichtlich genossen. „Es fühlt sich weniger wie Stress an, wenn alles Spaß macht“, sagt sie zur Vereinbarkeit von Regentschaft und Studium.
Bild: Bussieweke

Auf die Frage, was das Aufregendste an ihrer Regentschaft war, gibt Johanna Lehmkühler immer noch die eine Antwort: „Der Moment, in dem der Vogel gefallen ist.“ Ein geschichtsträchtiger Moment. Immerhin brachte die 20-Jährige mit ihrem Alter und Geschlecht gleich zwei Neuerungen, die so nie da gewesen waren.

Doch wer vermutet, dass es ein harter Kampf für die Königin war, sich in der Männerdomäne Bürgerschützenverein durchzusetzen, der irrt. „Alle waren total lieb zu mir. Ich war zu Beginn etwas unsicher, aber das hat sich ganz schnell geändert angesichts des herzlichen Umgangs“, sagt Lehmkühler. Wie selbstverständlich sei sie aufgenommen worden.

Im Radio von Regentschaft erfahren

Genauso wie ihr Freund Dimitri Umanski. Der habe bis dato noch gar nichts mit Schützenfest am Hut gehabt. „Dass ich Königin geworden bin, hat er auf dem Heimweg von der Arbeit im Radio erfahren. Ein kleiner Schock“, sagt Lehmkühler und lacht. Immerhin sei nicht nur die gesamte Tradition Schützenfest neu für ihn gewesen.

Zusätzlich habe sich das Königspaar ja nicht an seinen Vorgängern orientieren können. „Sonst haben zum Beispiel die Throndamen ein Kleid getragen und die Männer Uniform. Da war ich erst einmal ratlos, was ich machen soll. Was dabei herausgekommen ist, ist eine gute Mischung, wie ich finde“, sagt die 20-Jährige mit Blick auf das Schützenfest an diesem Wochenende.

Stress ist harmlos, wenn er Spaß macht

Überrascht ist Lehmkühler davon, dass sich der Stress während ihrer Amtszeit in Grenzen gehalten hat. Immerhin studiert sie unter der Woche im niederländischen Enschede, fährt mit dem Zug drei Stunden pro Weg. Dazu kommen die Pflichttermine im Schützenverein. „Manchmal kam schon viel zusammen. Aber es ist überhaupt nicht so, dass ich keine freie Sekunde mehr hatte. Außerdem fühlt es sich weniger wie Stress an, wenn alles Spaß macht“, sagt Lehmkühler mit einem Lächeln.

Aber auch, wenn sie ein, wie sie sagt, wundervolles Jahr hatte: „Es wird in der nächsten Amtsperiode schön, ‚bloß‘ dabei zu sein.“

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