Dollase: Mobbing unter Schülern nimmt zu
Bild: Pleul
Damit Kinder die Lust am Lernen nicht verlieren, müssen sie sich in der Schule wohl fühlen, sagt Prof. Dollase.
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Bei einem Vortrag am Diestagabend im Warendorf spitzte der Professor seine These zu: „Die neue Gefahr sind die Gleichaltrigen.“ Der pensionierte Bielefelder Universitätsprofessor gehört zu den renommiertesten Bildungsexperten des Landes. Seit seiner Pensionierung im Jahr 2008 hat er nach eigenen Angaben mehr als 72 Hospitationsstunden in diversen Schulen verbracht, er ist Berater eine Grundschule mit vielen Inklusionsschülern sowie Kindern mit Migrationshintergrund, Autor zahlreicher Fachbücher und vertritt die Auffassung: „Mädchenklassen sind eine wahre Wohltat. Das ist Erholungsunterricht. Die Bösen sind die Jungs. Da wir das mischen, bekommen wir das nicht mehr mit.“

Am Dienstagabend war Professor Dr. Rainer Dollase auf Einladung der Katholischen Elternschaft Deutschland in der Bischöflichen Realschule zu Gast und sprach über „Ich will lernen – Was brauchen Kinder und Jugendliche dazu?“ Den mehr als einhundert Zuhörern gab er vor allem dies mit auf den Nachhauseweg: „Bleibt mit Euren Kindern im Gespräch, seid nett und nehmt die Kinder wichtig, denn das sind alles empfindliche Seelchen.“ Wer pädagogische Einflussnahme wolle, müsse glaubwürdiger sein als andere Quellen, und Kinder müssen „ein realistisches Bild von sich und der Welt“ haben.

 Für Professor Dr. Rainer Dollase ist klar, dass nur derjenige Spaß am Lernen hat, der Anerkennung bekommt, keinen Hunger, keinen Durst hat und der sich sicher fühlt. „Doch unsere Schüler fühlen sich nicht mehr sicher, in den Schulen herrscht eine Schnoddrigkeit, bei der man sich nicht wohl fühlen kann.„ Das Hauptproblem, so zeigen Studien, seien die Mitschüler. „Wir müssen uns mehr um das Verhältnis der Kinder untereinander kümmern“, fordert der Experte. Und: „Lehrer und Eltern müssen Bescheid wissen, was läuft.“

Mobbing löse sich nicht von selbst und Täter könnten daher auch mal auf andere Klassen verteilt werden. „Immer weniger Schüler bringen die Disziplin mit, dem anderen zuzuhören, geduldig zu sein und dem Schwächeren einfach nur zu helfen, anstatt zu lästern“, urteilt der Professor.

Weitere Berichte zum Thema und ein interview mit Professor Dollase lesen Sie in der Warendorfer Ausgabe der “Glocke„ vom 5. März.

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