Dr. Biller: „Vorwürfe sind unhaltbar“
Bild: von Stockum
Bisweilen fassungs- und nun auch führungslos wundern sich viele Mitarbeiter des Josephs-Hospitals über den Zeitpunkt, zu dem die fristlose Kündigung an Dr. Martin Biller ausgesprochen wurde.
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In zwei Pressemitteilungen hat Bürgermeister und Kurator Jochen Walter am Wochenende die Personalie und Erkenntnisse umrissen, wobei am Ende mehr Fragen offen bleiben als dass sie beantwortet werden. Bisweilen fassungs- und nun auch führungslos wundern sich viele Mitarbeiter über den Zeitpunkt, zu dem die fristlose Kündigung an den Krankenhausdirektor ausgesprochen wurde. Dr. Martin Billers Vertrag wäre über den 31. Dezember dieses Jahres hinaus ohnehin nicht verlängert worden. Monatelang hatte es Querelen gegeben, waren sowohl die Person Biller als auch das Kuratorium, ja die ganze Struktur des Gremiums und seine Befugnisse, infrage gestellt worden, da kehrte Ruhe ein, die am Freitag jäh durch einen Paukenschlag unterbrochen wurde.

„Der im Raum stehende Vorwurf ist unhaltbar“, bezog am Montag Dr. Martin Biller Stellung. „Ich werde mich mit allen rechtlichen Mitteln dagegen zur Wehr setzen. Mit Sicherheit ist die fristlose Kündigung unwirksam.“ Zu seiner weiteren beruflichen Entwicklung könne er zu diesem Zeitpunkt und an dieser Stelle noch nicht Stellung nehmen. „Dafür bitte ich um Verständnis.“ Offen ist derzeit, wie der Übergang gestaltet wird. Sein Stellvertreter Thomas Farthmann hatte sich für den Montag krankgemeldet und stand nicht für ein Gespräch zur Verfügung.

Bürgermeister und Kurator Jochen Walter ließ auf Anfrage der „Glocke“ über sein Büro mitteilen, dass „offenkundig eine gerichtliche Auseinandersetzung bevorsteht“. Deswegen wolle er zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Einzelheiten zum Vorgang Dr. Biller in die Öffentlichkeit geben. „Ich möchte nur insoweit präzisieren, dass das pflichtwidrige Verhalten des Herrn Dr. Biller im Rahmen einer Erörterung im Anschluss an die Kuratoriumssitzung am 12. Mai offenkundig wurde.“ Der Anstoß hierzu sei „eher zufällig“ erfolgt, sagt Jochen Walter. Ob es zu einer Strafanzeige gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden komme, sei noch offen.

Anfang des Jahres hatte das Kuratorium bekanntgegeben, den Vertrag von Dr. Martin Biller nicht verlängern zu wollen. Der Vorgang hatte danach viel Wirbel ausgelöst – insbesondere auch, weil das Kuratorium keine Begründung für diese Entscheidung liefern wollte. In der weiteren Folge stand das Gremium lange Zeit in der öffentlichen Kritik.

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