Drogen-Dealer muss ins Gefängnis
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Mit teils hohen Freiheitsstrafen endete der Prozess gegen die „Cannabis-Connection Warendorf-Nottuln“ am Dienstag vor dem Landgericht Münster.
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Der 23-jährige Everswinkeler erhielt drei Jahre und drei Monate Gefängnis. Der 26-jährige Freckenhorster kam mit zwei Jahren auf Bewährung davon. Ihm droht aber eine stationäre Drogentherapie, sollte er wieder auffällig werden.

In einem ausführlichen, auf jeden Angeklagten zugeschnittenen Plädoyer stellte der Staatsanwalt zunächst die Frage: „Wie konnte es dazu kommen, dass fünf junge Männer jetzt vor einem Scherbenhaufen stehen, in den sie ihre Familien mit hineingezogen haben?“ Es seien intelligente Männer, die alle ordentliche Jobs hatten, schulisch erfolgreich und vorher kaum mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren. Nur der Hauptangeklagte, ein mittlerweile 24 Jahre alter Mann aus Nottuln, hatte eine kleine Vorstrafe.

Kokain-Sucht führt in kriminelle Karriere

Bei ihm liegt der Schlüssel zum Verständnis des ganzen Verfahrens. Um seine Kokain-Sucht zu finanzieren, zog er ab November 2018 den Marihuana-Handel auf, in den zuerst der Freckenhorster und später die drei anderen einstiegen. Der Everswinkeler und ein zweiter 23-jähriger Nottulner waren die Händler, die den Stoff an Klein-Dealer verkauften. Ein 20-jähriger Nottulner stellte das Haus seines Großvaters als Drogenbunker zur Verfügung. Der Freckenhorster war der Kurier für Cannabis und Geld. Er und der 20-Jährige wurden als Gehilfen, die drei anderen als Täter verurteilt.

Die in der Anklage genannte Marihuana-Menge reduzierte der Staatsanwalt auf die in den Geständnissen eingeräumten Angaben. Immerhin blieben noch einige Dutzend Kilo im mittleren sechsstelligen Verkaufswert übrig. Dafür erhielt der Hauptangeklagte fünf Jahre Haft, soll aber so schnell wie möglich zur Therapie in eine Drogenklinik eingewiesen werden. Der 20-Jährige wurde ein Jahr unter Betreuung gestellt und muss 80 Sozialstunden ableisten.

Dealer müssen Gewinn zurückgeben

Mit den Urteilen bewegte sich die Kammer teilweise näher bei den Anträgen des Staatsanwalts, zum Teil aber auch näher bei den Verteidigern. Heftig sind die finanziellen Folgen für den Chef der Gruppe und die beiden Händler. Sie müssen nämlich Wertersatz leisten für die Summen, die sie aus dem Drogenhandel erlangt haben. Das sind 325 000 Euro für den Boss, 158 000 Euro für den zweiten Nottulner und 120 000 Euro für den Mann aus Everswinkel.

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