Durch den Wüstenstaub in den Senegal

Dem Warendorfer Dr. Klaus Menzel hat es jedoch die Rallye „Dust and Diesel“ angetan, die kleine, unbekanntere Schwester des weltberühmten Wüstenrennens.

Bei ihr geht es nicht um Sieg und Platzierungen, dort steht der humanitäre Zweck im Vordergrund. Denn bei der Dust-and-Diesel werden alte Autos, zumeist Mercedes-Fahrzeuge mit Dieselmotor, von Deutschland nach Mauretanien gefahren, um sie dort zu verkaufen. Der Erlös kommt zwei Waisenhäusern in dem afrikanischen Staat zugute.

Dr. Menzel sitzt bei dieser mehr als 7000 Kilometer langen Tour, die durch Deutschland, Frankreich, Spanien, Marokko, Mauretanien in die senegalesische Stadt Dakar führt, nicht selbst am Steuer. Der Warendorfer Zahnarzt unterstützt die Veranstalter der humanitären Rallye seit nunmehr vier Jahren mit Autos. Aktuell hat er wieder fünf alte Mercedes wüstentauglich gemacht, also höhergelegt und mit neuen Federn und einem Spezial-Unterbau ausgestattet. Ein sechstes Auto könnte noch kurzfristig folgen. Der Ausdruck eines Verkaufsangebots liegt bereits auf seinem Schreibtisch.

Bis 2010 hat Menzel die Zahngold-Spenden seiner Patienten an große Hilfs-Organisationen weitergeleitet. Als er einmal zu Weihnachten ein Dankeschön-Paket einer dieser Organisationen erhielt, setzte ein Umdenken ein. „Ich habe mich gefragt, ob dieses Präsent von meinen Spendengeldern finanziert wird“, erläutert er. Also machte sich der Vater von vier Kindern auf die Suche nach anderen Vereinen, Gruppierungen, Menschen, die humanitäre Projekte organisieren, ohne dabei hohe Verwaltungskosten zu produzieren. Er stieß auf den Würzburger Florian Schmidt und Eiko Breuker, die Initiatoren der Dust-and-Diesel-Rallye.

Da Menzel ein Faible für alte Autos hat und gern daran herumschraubt, war er sofort begeistert. „Das passt einfach.“ Zu ihm und seinem Hobby, aber auch zu seiner Weltanschauung. „Uns geht es darum, die Kinder von der Straße zu holen“, betont Menzel. Gerade in Mauretanien zähle ein Kinderleben extrem wenig, viele Mädchen und Jungen seien der Sklaverei ausgesetzt. Also ist er nun ständig auf der Suche nach Autos, die er für die Wüste fit machen kann, rekrutiert Sponsoren, wirbt für die Arbeit von Dust and Diesel.

Am 28. Dezember startet die nächste Rallye. 25 Fahrzeuge werden wohl dabei sein, der Verkaufserlös wird erfahrungsgemäß 25.000 Euro betragen.

Mehr zum Thema in der Warendorfer Donnerstagsausgabe der “Glocke“.

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