Edeka Recker schließt seine Türen
Bild: Kleigrewe
In der „Neuen Mitte“ von Freckenhorst hatte der Edeka-Markt Recker seinen festen Platz. Zum 31. Dezember gibt Inhaber Josef Recker das Geschäft nun auf.
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Eine schwere Entscheidung für den selbstständigen Kaufmann: „Es steckt viel Herzblut und die Kraft der ganzen Familie in diesem Geschäft“, betont er.

Nicht mangelnde Wirtschaftlichkeit habe ihn veranlasst, den Markt in Freckenhorst aufzugeben, erklärte Josef Recker auf „Glocke“-Anfrage. Im Gegenteil: Die „Neue Mitte“ in Freckenhorst sei ein interessanter Standort mit Potenzial, stellt er klar. Es seien allein Probleme mit dem Vermieter, die für ihn keine andere unternehmerische Entscheidung mehr möglich gemacht hätten. Bereits seit Jahren gebe es einen Investitionsstau, so Recker. In dem Gebäude, das früher eine Lagerhalle der Molkerei war, müssten dringend unter anderem die Lüftung, die Heizung sowie Türen und Beleuchtung saniert werden. Außerdem sei der Parkplatz mit einigen Stolperfallen unfallträchtig und müsse erneuert werden. Auf rund 600 000 Euro schätzt der Kaufmann die dafür benötigte Summe.

Doch die Axa-Versicherungsgruppe, die die Immobilie in einem Investmentfonds führt und vermarktet, wolle kein Geld ausgeben. Da der Mietvertrag für den Markt zum 31. Dezember 2013 ausläuft, habe man in den vergangenen Monaten intensive Verhandlungen mit der Axa geführt, erläutert Josef Recker. Dabei habe er sich sogar bereit erklärt, selbst 400 000 Euro in einen Umbau und eine neue Inneneinrichtung des Geschäfts zu investieren. „Doch es hat keinerlei Entgegenkommen gegeben, und unter diesen Umständen blieb uns nur die Kündigung.“

Im kommenden Jahr will der Hoetmarer, der dann 63 Jahre alt wird, den Familienbetrieb, den er gemeinsam mit seiner Frau Hildegard mit viel Engagement aufgebaut hat, an seine beiden Söhne Carsten und Frank, die bereits als Geschäftsführer mitarbeiten, übergeben. „Denen kann ich nicht guten Gewissens raten, in fremde Steine zu investieren und den Markt in Freckenhorst unter diesen Rahmenbedingungen weiterzuführen – auch wenn die Entscheidung weh tut“, betont er.

Von der Schließung des Freckenhorster Edeka-Markts Recker zum Ende des Jahres sind 22 Mitarbeiter, darunter ein Auszubildender, betroffen. Besonders leid tut es Josef Recker für Elisabeth Heinzel, die 1985 mit ihrem Mann Reinhard den eigenen kleinen Lebensmittelmarkt aufgegeben hatte, um bei Recker einzusteigen und noch heute im Markt in der „Neuen Mitte“ arbeitet. „Nachdem wir in einem sehr offenen Gespräch allen erklärt hatten, weshalb die Schließung für uns unumgänglich ist, haben wir aber viel Verständnis von den Mitarbeitern bekommen“, freut sich Recker darüber, dass die Betroffenen seine Entscheidung nachvollziehen konnten.

„Derzeit sind wir dabei, den Mitarbeitern zu helfen, neue Perspektiven zu finden. Wir bemühen uns, Brücken zu bauen“, verspricht der Kaufmann, zu dessen Familienunternehmen seit 1999 auch ein Markt in Beckum und seit 2005 einer in Ennigerloh gehört.

Wie es mit dem Ladenlokal in der „Neuen Mitte“ weitergeht, kann Josef Recker nicht sagen. „Vielleicht findet sich ja doch noch ein Investor, der die Immobilie übernimmt und bereit ist, Geld in das Gebäude zu stecken. Dann könnte es dort weiter einen Markt geben“, sagt er.

Dass es mit der Post, die ihre Agentur im Edeka-Markt Recker hat, auf jeden Fall in Freckenhorst weitergeht, steht für Pressesprecher Rainer Ernzer fest. Entweder gebe es einen neuen Betreiber und die Agentur könne an Ort und Stelle bleiben oder man werde einen neuen Vertragspartner vor Ort suchen, erklärte er.

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