Ein dickes Fell könnte hilfreich sein
Die Stadt Warendorf braucht weitere Mitarbeiter: Außer einem, der Knöllchen schreibt, wären auch Sekretärinnen, ein Bauingenieur und ein Partnerstadt-Beauftragter vonnöten.

Unter anderem wird ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin für den Bereich Städtepartnerschaften gesucht: Zwölf Stunden die Woche hat der Kandidat zur Verfügung, um sich um den Ausbau und die Pflege der Kontakte nach Olesnica (Polen), Barentin, Pavilly (beide Frankreich) und Petersfield (Großbritannien) zu kümmern. Hinzu kommen die Akquise von Fördergeldern, die Entwicklung, Durchführung und Nachbereitung entsprechender Projekte sowie die dazugehörige Beschaffung finanzieller Mittel. Obligatorisch ist die Präsenz bei gemeinsamen Veranstaltungen der befreundeten Kommunen. Zuletzt listet die Stellenausschreibung auch noch Informationsdienstleitungen für Schulen, Vereine und andere im Aufgabenprofil auf. Pflicht sind gute bis sehr gute Englischkenntnisse, von Vorteil wären weitere in französischer und polnischer Sprache. Erwartet werden „Freude am Umgang mit Menschen, ein sicheres und freundliches Auftreten, Verhandlungsgeschick, Kooperationsbereitschaft und Überzeugungskraft sowie eine selbstständige und eigenverantwortliche Arbeitsweise“.

„Durchsetzungsvermögen und Konfliktfähigkeit“ sind laut Stellenausschreibung gefragt bei demjenigen, der künftig Knöllchen verteilen und Autos abschleppen lassen möchte – andere würden es „ein dickes Fell“ nennen. Vom Kandidaten wird außerdem erwartet, dass er (noch) einen eigenen Führerschein hat. Ob es möglicherweise besser wäre, wenn der Bewerber für die auf ein Jahr befristete Stelle von außerhalb käme, geht aus der Jobanzeige nicht hervor.

„Voraussichtlich in einem der städtischen Gymnasien“ werden die künftigen Schulsekretärinnen ihren Schreibtisch finden. Ihnen – erfahrungsgemäß bewerben sich nur wenige Männer – wird Einfühlungsvermögen im Umgang mit Schülern, Eltern und auch Lehrern abgefordert. Der Haken an der Sache: Der Jahresurlaub ist während der Hauptsaison, nämlich in den Ferien, zu nehmen. Um überhaupt auf so viele freie Tagen zu kommen, muss zu Schulzeiten vorgearbeitet werden. Grundsätzlich aber handele sich um eine Teilzeitbeschäftigung mit bis zu 20 Wochenstunden, heißt es dazu in der Ausschreibung.

SOCIAL BOOKMARKS