Einschnitte mit Geld nicht zu bezahlen
Im Warendorfer Rathaus-Echo äußern sich die fünf Ratsfraktionen wöchentlich zu aktuellen Themen. „Glocke“-Leser können die Beiträge online diskutieren und sich so mit den Politikern austauschen.

Abbruch und Aufbruch oder nur Abbruch? Diese Frage stellen sich in diesen Tagen viele Freckenhorster Bürger, wenn sie die Abbrucharbeiten an der ehemaligen Hauptschule verfolgen. Fakt ist, dass die Abbrucharbeiten zügig voranschreiten. 

Die Sporthalle und das Lehrschwimmbad (LSB) sind (noch) nicht betroffen. Gerade um das Lehrschwimmbad hat es heftige Diskussionen gegeben. Hört man sich in Freckenhorst um, heißt es immer wieder, der Bürgermeister und der Geschäftsführer der Stadtwerke wollen das Lehrschwimmbad schließen, weil es angeblich nicht wirtschaftlich zu betreiben ist. Aufgrund der großen Protestwelle wurde die Entscheidung über das Schicksal des LSB erst einmal vertagt.

Erforderlich für eine wirtschaftliche Bewertung sind belastbare Zahlen für notwendige Investitionen und für die laufenden Betriebskosten. Diese Zahlen liegen bislang nicht in einer nachvollziehbaren Form vor. Man kann aber nach heutigem Stand sagen, dass der Zuschuss zu den reinen Betriebskosten pro Nutzer beim LSB weniger als die Hälfte des Zuschussbedarfs pro Nutzer der beiden anderen Warendorfer Bäder beträgt. Das liegt ganz wesentlich an dem hohen ehrenamtlichen Engagement des Trägervereins Pro Bad.

Dann sind da noch die nicht in Geld zu fassenden „Kosten“, die bei einer Schließung des LSB entstehen würden. Ich möchte hier nur einige dieser nicht monetären Kosten erwähnen – angefangen bei der Zerschlagung und Entwertung des in der Region beispielhaften ehrenamtlichen Engagements der Mitglieder des Trägervereins über die starken Einschränkungen beim Schwimmunterricht und den Wegfall von Angeboten für behinderte Menschen bis hin zu der Tatsache, dass die DRK-Wasserwacht Freckenhorst ihre Existenzgrundlage verlieren würde.

Diese Einschnitte sind mit Geld nicht zu bezahlen. Hier ist jedes einzelne Ratsmitglied gefordert zu bewerten und zu entscheiden, was ihr bzw. ihm ein LSB in Freckenhorst wert ist. An dieser Stelle muss auch deutlich werden, dass nicht der Geschäftsführer der Stadtwerke eine solche Entscheidung trifft, sondern die gewählten Ratsvertreter.

Die beiden Kandidaten für das Bürgermeisteramt, Andreas Hornung und Axel Linke, haben schon ihre Position markiert. Sie haben sich mehrfach eindeutig für den Erhalt des LSB ausgesprochen. Ich hoffe, dass diese Aussage auch noch nach der Wahl Bestand hat.

Bei Andreas Hornung weiß ich es, er steht zu seinem Wort genauso wie die SPD-Fraktion, die sich bereits in der Vergangenheit mehrfach für den Erhalt des LSB eingesetzt hat und das auch in Zukunft tun wird.

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