Ems-Stele 11: Rast- oder ein Müllplatz?
Bild: Edelkötter
"Wenn Jugendliche Abfallvermeidung fordern, dann sollen sie selbst auch entsprechend handeln", findet CDU-Ratsherr und Betriebsausschussmitglied Hermann Temme. Der Rastplatz an Stele elf des Ems-Auen-Radwegs sei ein Beispiel dafür, dass das nicht immer geschieht.
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 „Ich bin entsetzt, wenn ich diese Statistik sehe.“ Sibille Schneider, Sachkundige Bürgerin für die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen im Betriebsausschuss, brachte ihre Empörung über die Jahr für Jahr in Warendorf anfallenden Müllmengen zum Ausdruck.

Bilanz des Abfall-Anfalls gezogen

In der Sitzung im Rathaus haben die Kommunalpolitiker über die Entwicklung der Abfallmengen in Warendorf gesprochen. Udo Bierbaum vom Sachgebiet Umwelt- und Geoinformationen der Stadt Warendorf teilte zunächst mit, dass die Müllmengen in den Sparten Restmüll, Bioabfall, Sperrmüll, Papier, Glas, Metall, Gelber Sack und Annahme am Wertstoffhof in den vergangenen Jahren in etwa konstant geblieben seien. „Die Zunahme der Abfallmengen von 2000 bis 2007 im Bereich Biomüll ist im Wesentlichen auf die Zunahme gesammelter Bioabfälle zurückzuführen“, erläuterte Bierbaum.

Sibille Schneider hatte bei ihrer Bewertung die Blicke noch weiter in die Vergangenheit gerichtet und einen Anstieg der Gesamtmüllmenge von 1977 bis heute um rund 75 Prozent konstatiert. Bierbaum hielt dem entgegen, dass die Zahlen zu relativieren seien. Bis in die 70er- und 80er-Jahre hinein habe es in vielen Häusern noch Kohleöfen gegeben, in denen auch unerlaubt Müll verbrannt worden sei. Und Bioabfälle würde heute kaum noch wie damals üblich in den eigenen Gärten kompostiert, sondern über die Tonne entsorgt.

Appell zur Abfallvermeidung

Vor dem Hintergrund, dass junge Warendorfer bei der kürzlich durchgeführten Jugendkonferenz den Fokus unter anderem auch auf Müllvermeidung gelegt hätten, sah Sibille Schneider trotz der weitergehenden Informationen aus dem Haus der Verwaltung dringenden Handlungsbedarf, um die Müllflut einzudämmen. „Wir sind als Kommune gefordert, das Abfallaufkommen in der Stadt zu reduziert“, merkte sie an.

Hermann Temme (CDU) griff den Gedanken auf und nahm sogleich die Jugendlichen im Ort in die Pflicht. „Ich sage nur eins: Stele 11“, so der Christdemokrat. Die Station des Ems-Auen-Radwegs am Kottrupsee sei ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche, werde von diesen aber leider immer wieder zugemüllt, so Temmes Kritik.

Einwurfkörbe eine gute Lösung?

Im weiteren Verlauf der Diskussion im Betriebsausschuss wurde angeregt, am Alten Münsterweg einen großen Abfallauffangkorb zu installieren, in den Müll selbst vom rollenden Fahrrad aus bequem eingeworfen werden kann. Diese Einrichtungen, die es im Stadtgebiet beispielsweise im Schulzentrum oder an Stele 9 des Ems-Auen-Wegs bereits gibt, werden allerdings gern auch mal für illegale Abfallentsorgung missbraucht. Mit dem Auto wird vorgefahren und Müll entsorgt. Sogar defekte Fernsehgeräte sind in jüngerer Vergangenheit schon mal in den Körben abgelegt worden.

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